ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2007Aplastische Anämie: IQWiG: Transplantation von Stammzellen nur in klinischen Studien

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Aplastische Anämie: IQWiG: Transplantation von Stammzellen nur in klinischen Studien

Dtsch Arztebl 2007; 104(17): A-1125 / B-1005 / C-957

Zylka-Menhorn, Vera

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Stammzellen Eine verlässliche Bewertung der Transplantation von Stammzellen nichtverwandter Spender ist bei schwerer aplastischer Anämie nach Angaben des IQWiG derzeit nicht möglich. Foto: mauritius images
Stammzellen Eine verlässliche Bewertung der Transplantation von Stammzellen nichtverwandter Spender ist bei schwerer aplastischer Anämie nach Angaben des IQWiG derzeit nicht möglich. Foto: mauritius images
Die Therapie der schweren aplastischen Anämie mit der Transplantation von Stammzellen eines nichtverwandten Spenders sollte derzeit nur im Rahmen von adäquaten klinischen Studien und als letzte Alternative eingesetzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), der am 23. April veröffentlicht wurde. Voraussetzung für den Einsatz sei eine angemessene Aufklärung der Patienten über die derzeit noch unsichere Datenlage.
Nach Ansicht des Kölner Instituts gibt es „keine hinreichend gesicherten“ Studiendaten, welche die Transplantation mit der Therapiealternative Immunsuppression vergleichen. Das IQWiG betont, dass es für seine Bewertung auch nicht randomisierte klinische Vergleiche und Daten aus Registern akzeptiert hätte – Bedingung sei jedoch das Vorhandensein einer Kontrollgruppe. Um solche Studien angesichts geringer Patientenzahlen zu realisieren, wäre der Aufbau eines multinationalen Erkrankungsregisters hilfreich, argumentiert das IQWiG. Studienergebnisse, die derzeit nur teilweise veröffentlicht sind, könnten bei Vollständigkeit in die Nutzenbewertung einbezogen werden.
Der Abschlussbericht soll einen Schlusspunkt unter die heftigen Diskussionen setzen, die nach Veröffentlichung des Vorberichts am 24. Juli 2006 in Fachkreisen entstanden waren. Mit seiner Überarbeitung folge das IQWiG seinen methodischen Vorgaben. Man habe den Vorbericht „nicht zurückgezogen“, heißt es in der Pressemeldung. zyl
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