ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2007Wirksame Prävention von Typ-2-Diabetes

MEDIZIN: Referiert

Wirksame Prävention von Typ-2-Diabetes

Dtsch Arztebl 2007; 104(17): A-1165 / B-1038 / C-990

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LNSLNS Personen mit einem hohen Typ-2-Diabetesrisiko profitieren von Lebensstiländerungen oder pharmakologischen Interventionen. Diese Maßnahmen können in fast 50 % der Fälle einen Diabetes verhindern.
Dies ist das Ergebnis einer systematischen Metaanalyse. Die Autoren werteten 17 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 8 084 Teilnehmern aus. Die Probanden hatten eine verminderte Glucosetoleranz (7,8 bis 11,1 mmol/L 2 h nach oralem Glucosetoleranztest). Bei den Patienten der Kontrollgruppen bestand ein Risiko von 37,1 %, innerhalb von 5 Jahren an Diabetes zu erkranken. Ein veränderter Lebensstil reduzierte das Risiko um 15,8 Prozentpunkte (95-%-Konfidenzintervall [95%-KI]: -19,8 bis -11,9). Diät, Sport oder beides zusammen waren jeweils gleich wirksam. Die pharmakologischen Interventionen bezogen sich auf orale Diabetesmedikamente, den Lipasehemmer Orlistat und das chinesische Phytopharmakon Jiangtang Bushen. Orale Antidiabetika reduzierten das Diabetesrisiko um 9,3 Prozentpunkte (95%-KI: -12,4 bis -6,7), Orlistat um 18,4 Prozentpunkte (95%-KI: -24,6 bis -13,1) und Jiangtang Bushen um 22,7 Prozentpunkte (95%-KI: -37,9 bis -11,7).
Die meisten Nebenwirkungen entfalteten sich im Gastrointestinaltrakt, wohingegen Troglitazon die Leberfunktion verminderte. Die Lebensstiländerungen riefen die wenigsten und harmlosesten Nebenwirkungen hervor. Allerdings schränken die Autoren ein, dass mit Diät und Sport möglicherweise nicht dauerhaft Diabetes vermieden werden kann und die Patienten regelmäßig motiviert werden müssen – ähnlich wie bei pharmakologischen Behandlungen. Personen mit einem hohen Body-Mass-Index profitierten besonders von einem geänderten Lebensstil. Die Autoren folgern, dass durch Lebensstiländerungen mindestens so effektiv ein Diabetes vermieden werden kann wie durch pharmakologische Interventionen. me

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