ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2007RANDNOTIZ: Deutsche Gründlichkeit

AKTUELL

RANDNOTIZ: Deutsche Gründlichkeit

Dtsch Arztebl 2007; 104(18): A-1197 / B-1069 / C-1021

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Das Statistische Bundesamt hat erstmals eine fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik veröffentlicht, wie es die Gesundheitsreform vorschreibt. Demnach dürfen sich alle Krankenhausmitarbeiter als Weltmeister fühlen: im Codieren. Denn in keinem anderen Land wurden die Fallpauschalen im Krankenhaus in solcher Breite und Tiefe eingeführt wie hierzulande. Noch dazu in Rekordzeit.
Der DRG-Statistik zufolge haben die Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern für im Jahr 2005 aus vollstationärer Krankenhausbehandlung entlassene Patienten mehr als 36 Millionen Operationen und medizinische Prozeduren codiert. Auf einen Krankenhausfall entfielen damit durchschnittlich 2,2 codierte Maßnahmen. Inzwischen wird der Großteil der 61 Milliarden Euro, die die Kliniken jährlich umsetzen, über DRGs und Zusatzentgelte abgerechnet. Schneller als gedacht könnte der 100-Prozent-Ansatz Wirklichkeit sein, das heißt, es werden alle Leistungen über DRGs und Zusatzentgelte abgebildet und vergütet.
Mit dem Abbildungsgrad steigt hierzulande allerdings auch der Differenzierungsgrad im DRG-System. Inzwischen gibt es 1 082 DRGs und 105 Zusatzentgelte. Wohin soll das noch führen? Nach Österreich, fürchtet Dr. Werner Gerdelmann vom Verband der Angestelltenkrankenkassen. Denn dort sei das pauschalierende Fallpauschalensystem inzwischen zu einem Einzelleistungsvergütungssystem mutiert – und entsprechend kompliziert. Das Problem: Zwar ist der Anspruch der Krankenhäuser auf eine sachgerechte Finanzierung ihrer Leistungen nachvollziehbar, aber wie im Steuersystem geht zusätzliche Gerechtigkeit für wenige zulasten der Handhabbarkeit für alle.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema