ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2007Kinderarztpraxen: Unterschiedliche Ansichten zu Unterversorgung

AKTUELL

Kinderarztpraxen: Unterschiedliche Ansichten zu Unterversorgung

Dtsch Arztebl 2007; 104(18): A-1200

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Eine Kinderärztin in Frankfurt/Oder untersucht eine junge Patientin. Besonders in den neuen Bundesländern drohen Versorgungsengpässe. Foto: dpa
Eine Kinderärztin in Frankfurt/Oder untersucht eine junge Patientin. Besonders in den neuen Bundesländern drohen Versorgungsengpässe. Foto: dpa
Nach Ansicht der Bundesregierung ist es zwar zutreffend, dass in den nächsten Jahren ein Fünftel aller Kinderärzte in den Ruhestand gehen wird. Besondere Maßnahmen will sie deshalb aber nicht ergreifen. Das verdeutlichte Marion Caspers-Merk Ende April in ihrer Antwort auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Frank Spieth (Die Linke).
Die Parlamentarische Staatssekretärin verwies darauf, dass „das Niederlassungsverhalten von Ärzten nicht präzise vorhersehbar ist“. Wie viele Kinderarztpraxen keine Nachfolger finden werden, wisse man deshalb nicht genau. Außerdem sei die demografische Entwicklung zu berücksichtigen: „So ist insbesondere in den neuen Bundesländern in den letzten Jahren ein erheblicher Geburtenrückgang zu verzeichnen.“ Ergänzend verwies Caspers-Merk auf das Vertragsarztrechtänderungsgesetz und die jüngste Gesundheitsreform. In beiden Gesetzen seien Maßnahmen zur Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung vorgesehen, etwa Sicherstellungszuschläge.
Spieth verwies in seiner Stellungnahme darauf, dass nach Einschätzung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in den nächsten fünf Jahren im Durchschnitt 35 Prozent der Kinderarztpraxen keinen Nachfolger finden werden. In den neuen Bundesländern rechnet der Verband sogar mit 60 Prozent. Die Bundesregierung nehme diesen künftigen Mangel in Kauf, kritisierte der Abgeordnete. Dabei sei es „für Eltern, die auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, ein entscheidendes Kriterium, ob eine wohnortnahe zuverlässige medizinische Versorgung ihrer Kinder garantiert ist“. Rie
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema