ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1997HMG-CoA-Reduktase-Hemmer: Fluvastatin auch bei Norm-LDL effektiv

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HMG-CoA-Reduktase-Hemmer: Fluvastatin auch bei Norm-LDL effektiv

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Zum ersten Mal wurde jetzt auch in einer angiographisch kontrollierten Studie belegt, daß KHK-
Patienten mit normalem bis mäßig erhöhtem LDL-Cholesterin von der Therapie mit einem Statin, wie die HMG-CoA-Reduktase-Hemmer vereinfacht bezeichnet werden, profitieren. Die Zunahme vorhandener Stenosen und die Neubildung neuer Läsionen war statistisch signifikant geringer als in der Kontrollgruppe, und bei etwa doppelt so vielen Patienten kam es zu einer Regression der atherosklerotischen Veränderungen, so Prof. Antonio Gotto (Houston). In die Studie "Lipoprotein and Coronary Atherosclerosis" waren 429 Patienten im Alter zwischen 35 und 75 Jahren eingeschlossen worden.

Progression verlangsamt
Voraussetzungen waren eine koronare Herzkrankheit mit angiographischem Nachweis von mindestens einer Koronarstenose und ein LDL-Cholesterin zwischen 115 bis 190 mg/dl. Ein Myokardinfarkt mußte länger als sechs Monate zurückliegen, es durfte keine Bypass-Operation oder Stent-Implantation und maximal eine Angioplastie durchgeführt worden sein. Nach einer zehnwöchigen Diät-Vorlaufphase lag die mittlere LDLKonzentration bei 145,9 mg/dl. Doppelblind randomisiert, erhielten die Patienten dann entweder zweimal täglich 20 mg Fluvastatin oder Plazebo. Die 107 Studienteilnehmer mit einem LDL über 160 mg/dl nahmen aus ethischen Gründen zusätzlich Cholestyramin (im Mittel 8 mg) ein. Die Kontrollangiographie nach zweieinhalb Jahren ergab, daß in der Verumgruppe der minimale Durchmesser der Koronararterie im Mittel nur um 0,028 mm zugenommen hatte, in der Kontrollgruppe dagegen um 0,1 mm. Eine atherosklerotische Neubildung wurde bei 22 Fluvastatin- und bei 37 Plazebo-Patienten beobachtet. Zur Regression war es unter Verum in 14,6 Prozent und unter Plazebo in 8,3 Prozent der Fälle gekommen. Die morphologischen Befunde waren unabhängig von der Höhe des LDL-Ausgangswerts. Gleichzeitig wurden auch die unter anderen Statinen dokumentierten positiven Auswirkungen auf die Klinik bestätigt. Gesamtletalität und kardiovaskuläre Ereignisse (Myokardinfarkte, stationär behandlungsbedürftige Angina pectoris, Bedarf an revaskularisierenden Maßnahmen) waren bei den mit Fluvastatin behandelten Patienten um etwa ein Drittel seltener als in der Kontrollgruppe. Gabriele Blaeser-Kiel

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