ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2007Akutes Herzinfarktrisiko bei mangelnder Clopidogrelgabe nach koronarer Stentimplantation: Strengere Indikation für Stents

MEDIZIN: Diskussion

Akutes Herzinfarktrisiko bei mangelnder Clopidogrelgabe nach koronarer Stentimplantation: Strengere Indikation für Stents

Dtsch Arztebl 2007; 104(18): A-1246 / B-1110 / C-1062

Sons, Hermann

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LNSLNS Es ist lobenswert, dass sich die Autoren der oben zitierten Übersichtsarbeit der Problematik der Off-label-Anwendung von Clopidogrel angenommen haben. Dass die fehlende oder zu kurze Gabe von Clopidogrel zu vermeidbaren Komplikationen und Todesfällen führt, darf nicht hingenommen werden. Somit ist die Initiative der Verfasser zu begrüßen und allseitig zu unterstützen.
Leider wird nicht darauf eingegangen, dass die mit der Stent-Applikation verbundenen Komplikationen zahlenmäßig geringer wären, wenn man sich bei der perkutanen koronaren Intervention auf die gesicherten Indikationen beschränken und bestimmte Entitäten, wie Hauptstammstenose, Drei-Gefäßbefall mit hochgradiger LAD-Stenose (LAD, left anterior descending [coronary artery], synonym for RIVA, Ramus interventricularis anterior) und Koronarsklerose bei Diabetes mellitus, öfter oder besser immer dem Chirurgen überlassen würde.
Ich bin mir bewusst, dass meine Argumentation keinen Eingang in eine derartige Übersicht finden kann. Dennoch sollte dieser Aspekt erwähnt werden und vielleicht als Anregung dienen zu überprüfen, ob die mit Stents assoziierte Morbidität und Mortalität nicht auch von mehr oder weniger großzügiger Indikationsstellung abhängig ist.

Dr. med. Hermann Sons
Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Klinikum Kassel GmbH
Mönchebergstraße 41–43, 34125 Kassel

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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