ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2007DKV Deutsche Kran­ken­ver­siche­rung: Mehr Versicherte denn je

WIRTSCHAFT

DKV Deutsche Kran­ken­ver­siche­rung: Mehr Versicherte denn je

Dtsch Arztebl 2007; 104(18): A-1258 / B-1118 / C-1070

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der Krankenversicherer meldet in vielen Bereichen das beste Geschäftsjahr in der 80-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Es war vielleicht das letzte Mal, dass die DKV so gute Zahlen verkünden konnte wie am 18. April in Köln – zumindest, was den deutschen Markt betrifft. Denn die Perspektive, die der privaten Kran­ken­ver­siche­rung mit der jüngsten Gesundheitsreform verordnet wurde, sei „wenig erfreulich“, betonte Vorstandschef Günter Dibbern. Für die DKV und ihre heutigen Kunden würden sich mit dem Gesetz die Rahmenbedingungen erheblich verschlechtern, das Neugeschäft werde durch das Abschneiden weiterer Teile der Bevölkerung beeinträchtigt.
Das Geschäftsjahr 2006 war für die DKV allerdings noch einmal „außergewöhnlich erfolgreich“: So stiegen die Beitragseinnahmen in Deutschland um 3,4 Prozent auf 3,66 Milliarden Euro. Etwa drei Viertel dieses Beitragswachstums resultieren dabei aus der Gewinnung neuer Kunden, ein Viertel aus Prämiensteigerungen. Im Saldo waren bei der DKV in Deutschland mit 3,14 Millionen Personen rund 170 000 mehr Menschen versichert als im Vorjahr. Die Zahl der Vollversicherten wuchs um 11 000 auf 812 000 Personen. Bei den Zusatzversicherten verzeichnete die DKV ein Wachstum von 7,3 Prozent auf 2,33 Millionen Versicherte. „Noch nie waren so viele Menschen bei der DKV versichert wie 2006“, resümierte der DKV-Chef. Die DKV habe die Ergänzungsversicherung frühzeitig als Wachstumsfeld erkannt und sei Marktführer auf diesem Sektor.
Das DKV-Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um 2,6 Prozent auf 492,1 Millionen Euro. 413,2 Millionen Euro stellte das Unternehmen für Beitragsrückerstattungen an seine Kunden bereit. Insgesamt verfügt die DKV für ihre Kunden nun über Alterungsrückstellungen in Höhe von 17,98 Milliarden Euro. Diese Demografiereserve zeige die Überlegenheit des auf Nachhaltigkeit ausgerichteten kapitalgedeckten Systems.
Trotz der Investitionen für ein neues IT-System sank die Verwaltungskostenquote der DKV von 3,3 auf 3,2 Prozent. Die Schadenquote blieb mit 75,6 Prozent auf Vorjahresniveau. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen mit plus 2,8 Prozent langsamer als die Beiträge (plus 3,4 Prozent). Im ambulanten Bereich stiegen die Ausgaben mit sechs Prozent am meisten, wohingegen der stationäre Bereich nur um 1,9 Prozent zulegte. Auffällig ist die Ausgabensteigerung im Pflegepflichtbereich um 4,6 Prozent. Dibbern wertete dies als erstes Indiz für „die sich zuspitzende demografische Entwicklung in Deutschland“. In diesem Zusammenhang äußerte sich Dibbern auch zur Reform der sozialen Pflegeversicherung: Die Privatassekuranz lehne jeglichen Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegepflichtversicherung ab. Ulla Schmidts Vorschlag, zur Reform der sozialen Pflegeversicherung von den privat Pflegeversicherten einen einmaligen Solidarbeitrag in Höhe von zwei Milliarden Euro und einen jährlichen Zuschuss von 900 Millionen Euro zu verlangen, sei ein Eingriff in die Eigenstumsrechte von Privatversicherten, „der eindeutig verfassungswidrig ist“.
Auslandsgeschäft wächst
Ihr Auslandsgeschäft baut die DKV weiter aus. Verglichen mit dem Vorjahr, stieg das Beitragsvolumen der Auslandstöchter von 594,4 Millionen Euro auf 680,5 Millionen Euro an. Im europäischen Ausland waren 2006 rund 3,2 Millionen Menschen DKV-versichert. Außergewöhnlich stark ist das Wachstum in den asiatischen Märkten. Seit 2005 ist die DKV an der ersten privaten Kran­ken­ver­siche­rung in China beteiligt. Die PICC Health Insurance Company erzielte im ersten kompletten Geschäftsjahr 2006 Beitragseinnahmen in Höhe von 89 Millionen Euro. In Südkorea bereitet die DKV derzeit die Geschäftsaufnahme für Anfang 2008 vor. In Indien ist das im Oktober 2006 gegründete Joint Venture Apollo DKV Insurance Company Limited die erste rein private Kran­ken­ver­siche­rung im indischen Markt. In Deutschland will die DKV bei der zu erwartenden Branchenkonsolidierung eine aktive Rolle einnehmen. Dibbern: „Dort, wo es Sinn macht, stehen wir auch bereit, andere Unternehmen zu kaufen.“
Jens Flintrop
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema