ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2007Betreuung von Kleinstkindern: Bindungsstörungen vermeiden

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Betreuung von Kleinstkindern: Bindungsstörungen vermeiden

PP 6, Ausgabe Mai 2007, Seite 198

Bühring, Petra

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Die Gruppengroße sollte vier Kleinkinder pro Erzieherin nicht überschreiten, so der VAKJP. Foto: Photothek
Die Gruppengroße sollte vier Kleinkinder pro Erzieherin nicht überschreiten, so der VAKJP. Foto: Photothek
Eine qualitativ hochwertige Krippenbetreuung von Kindern ab zwölf Monaten forderte die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e.V. (VAKJP) bei ihrer 54. Jahrestagung Ende April in Düsseldorf. Anlass sind die Pläne von Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Ursula von der Leyen, die Zahl der Krippenplätze für Ein- bis Dreijährige deutlich auszubauen. „Kinder unter zwei Jahren können Trennungen von den Eltern nur begrenzt aushalten“, betonte der Kinderanalytiker Dr. Hans Hopf. Wichtig sei daher, den Übergang in die Krippenbetreuung nicht abrupt, sondern begleitend und behutsam vorzunehmen. Auch sei eine feste Bezugsperson in kleinen Gruppen von nicht mehr als vier Kindern notwendig, um Bindungsstörungen zu vermeiden.
Neben einem umfangreichen entwicklungspsychologischen Wissen, müssten die Erzieherinnen in die Lage versetzt werden, sowohl die Verlust- und Trennungsängste der kleinen Kinder als auch die Verantwortungs- und Schuldkonflikte junger Eltern zu verstehen. Notwendig sei daher ausreichende Selbsterfahrung, um sich mit den eigenen Ängsten und Konflikten – die dadurch wachgerufen werden können – auseinanderzusetzen. Neben einem Bachelorstudium für Erzieherinnen schlägt der VAKJP eine regelmäßige Supervision durch einen Kinderanalytiker vor. Sinnvoll sei beispielsweise auch ein zweijähriges Säuglingsbeobachtungspraktikum, wie es an der Tavistock-Klinik in London für psychosoziale Berufe angeboten wird.
Der Berufsverband der Kinder-und Jugendanalytiker appelliert an die Politik, ihr Wissen aufzugreifen. In einem offenen Brief (www. vakjp.de) an die Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin werden die Forderungen ausführlich dargestellt. PB
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