ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2007Alkoholschäden: Soziales Kompetenztraining für Kinder

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Alkoholschäden: Soziales Kompetenztraining für Kinder

PP 6, Ausgabe Mai 2007, Seite 233

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LNSLNS Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft kann zu vielfältigen, schwerwiegenden Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Typische Folgen sind beispielsweise Deformationen des Gesichts und neurobehaviorale Defizite wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Sprach- und Gedächtnisstörungen. Sie werden neuerdings unter dem Begriff „fetal alcohol spectrum disorders“ zusammengefasst. Alkoholgeschädigte Kinder weisen oft auch soziale Defizite auf. Sie sind weniger als nicht betroffene Kinder in der Lage, soziale Signale zu entschlüsseln und adäquat darauf zu reagieren. Daraus resultieren in der Regel Missverständnisse und Konflikte sowie Probleme, Freundschaften zu knüpfen und sich in Gruppen zu integrieren.
Psychologen und Psychiater der University of California haben ein Training für alkoholgeschädigte Kinder entwickelt, das die sozialen Kompetenzen verbessern soll. Das Training wurde an sechs- bis zwölfjährigen betroffenen Kindern evaluiert und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die jungen Patienten übten, auf andere Kinder zuzugehen und Kontakte aufzubauen. Dabei wurden sie von ihren Eltern gezielt unterstützt. Unmittelbar nach dem Training und auch noch drei Monate später zeigte sich bei den Kindern eine signifikante Verbesserung des Wissens über angemessene Verhaltensweisen in sozialen Situationen. Nach Meinung der Eltern hatte sich auch das soziale Verhalten verbessert, und unerwünschtes Verhalten war seltener geworden. Die Lehrer der Kinder, die ebenfalls nach ihren Beobachtungen befragt wurden, bestätigten solche Fortschritte im Sozialverhalten der Kinder hingegen nicht. „Möglicherweise überschätzten die Eltern die Erfolge, da sie selbst in das Training involviert waren“, so die Autoren. ms

O’Connor MJ et al.: A controlled social skills training for children with fetal alcohol spectrum disorders. Journal of Consulting and Clinical Psychology 2006; 4: 639–48.
Mary J. O’Connor, Semel Institute for Neuroscience and Human Behavior, 760 Westwood Plaza, Room 68-265A, Los Angeles, CA 90024, E-Mail: moconnor@mednet.ucla.edu
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