ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2007Soziale Phobie: Internetbasierte Selbsthilfe

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Soziale Phobie: Internetbasierte Selbsthilfe

PP 6, Ausgabe Mai 2007, Seite 234

MS

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LNSLNS Der intensive Kontakt zu Therapeuten oder Mitpatienten ist für Patienten mit sozialer Phobie ein Grund, Psychotherapien zu meiden oder abzubrechen. Um dieses Problem zu umgehen, haben schwedische Forscher jetzt in einem Therapieprogramm verschiedene Minimalkontakt-Therapieformen miteinander kombiniert. Das Kernstück des Therapieprogramms war ein internetbasiertes Selbsthilfe-Manual. Es bestand aus neun Modulen mit Informationen über soziale Phobien und kognitiv-verhaltenstherapeutischen Übungen. Das Programm wurde von 64 Patienten über neun Wochen erprobt. Immer wenn die Teilnehmer ein Modul bearbeitet hatten, prüften die Forscher mithilfe eines internetbasierten Tests, ob sie das Lernziel erreicht hatten. Traf dies zu, so erhielten die Teilnehmer ein Passwort, mit dem sie sich ins nächste Modul einloggen konnten. Wurde das Lernziel nicht erreicht, mussten die Teilnehmer die Lektion wiederholen. Die Teilnehmer standen per E-Mail in Kontakt mit einem Psychotherapeuten, der Ratschläge gab und Fragen beantwortete. Als Exposure-Training war vorgesehen, dass die Teilnehmer sich zweimal kurz in einer Gruppe treffen. Viele Patienten verweigerten jedoch die Teilnahme. Dennoch konnten mit dem internetbasierten Therapieprogramm und mit einigen wenigen E-Mail-Kontakten zu einem Therapeuten positive Effekte erzielt werden: Es zeigten sich signifikante Verbesserungen im Hinblick auf soziale Phobie, Vermeidungsverhalten, Depressionen und generalisierte Angststörung. „Internetbasierte Behandlungen sollten immer als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine traditionelle kognitiv-behaviorale Psychotherapie eingesetzt werden“, so die Autoren. ms


Andersson G et al.: Internet-based self-help with therapist feedback
and in vivo group exposure for social phobia. Journal of Consulting
and Clinical Psychology 2006; 4: 677–86.
Gerhard Andersson, Department of Behavioural Sciences, Linköping University, SE-581 83 Linköping, Sweden. E-Mail: gerhard.andersson
@ibv.lku.se
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