ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2007Amputationen: Prothese muss auch „psychisch“ passen

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Amputationen: Prothese muss auch „psychisch“ passen

PP 6, Ausgabe Mai 2007, Seite 234

Bühring, Petra

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LNSLNS Weit über 50 000-mal im Jahr muss ein Arzt in Deutschland einem Menschen die Hiobsbotschaft übermitteln, dass eine Beinamputation zum Wohl seiner restlichen Gesundheit unumgänglich ist. Die seelischen Konsequenzen bleiben den Betroffenen zumeist völlig unklar. Ein Artikel in der Fachzeitschrift „Der Orthopäde“ berichtet über die Ergebnisse einer Befragung von Betroffenen nach der Amputation einer unteren Extremität.
Die Untersuchung über einen Zeitraum von anderthalb Jahren (April 2002 bis September 2003) berücksichtigte Patienten, die entweder eine Prothese oder eine Orthese, ein stützendes Hilfsmittel, das um das beschädigte Körperteil bandagiert wird, erhalten hatten. 75 Betroffene gaben Auskunft über psychosoziale Probleme wie Angst und Depression, ausgelöst durch den Verlust eines Körperteils. Die Befragung bezog auch die Anpassungsfähigkeit des Betroffenen an seine Prothese und seine Aktivitätseinschränkung sowie Schmerzhäufigkeit und -stärke ein. Die Auswertung ergab deutlich höhere Angst- und Depressionsraten verglichen mit der Gesamtbevölkerung. Vor allem die Patienten, die starke Akzeptanzprobleme mit ihrer Prothese beschrieben oder über vermehrte Schmerzen klagten, waren anfälliger für psychische Probleme. Für eine erfolgreiche Rehabilitation sei es daher unerlässlich, dass Betroffene sich frühzeitig in eine regelmäßige psychische Betreuung begeben, so die Autoren, um frühzeitig massive psychosoziale Auffälligkeiten zu vermeiden. Eine Psychotherapie sollte deswegen als fester Bestandteil in die Rehabilitation integriert werden. PB


Heuft G, Lange C, Seidel E, Wetz HH: Angst und Depression nach einer Amputation der unteren Extremität. In: Der Orthopäde. Vol. 35, 11/2006.
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