ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2007E-Mail-Nachbetreuung: Hohe Akzeptanz

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E-Mail-Nachbetreuung: Hohe Akzeptanz

PP 6, Ausgabe Mai 2007, Seite 234

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LNSLNS Wissenschaftler der Universität Heidelberg haben an der Panorama-Fachklinik in Scheidegg ein Nachbetreuungsprogramm getestet, das auf regelmäßigen E-Mail-Kontakten basiert. 88 Patienten, die unter anderem aufgrund affektiver, neurotischer Belastungs- und Anpassungsstörungen in der Panorama-Fachklinik behandelt worden waren, nahmen im Anschluss an den stationären Aufenthalt zwölf Wochen lang am Projekt „E-Mail-Brücke“ teil. Das Programm wurde für eine interaktive, textbasierte Nachbetreuung über das Internet maßgeschneidert. „Das neuartige Nachsorgeprogramm fand eine positive Resonanz bei den Teilnehmern“, berichten die Autoren. Dafür sprachen die niedrigen Abbruchquoten sowie die hohe Aktivität der Teilnehmer und ihre Zufriedenheit mit den E-Mail-Kontakten. Die hohe Akzeptanz wurde unter anderem darauf zurückgeführt, dass Teilnehmer und Therapeuten bereits in der Klinik eine tragfähige Beziehung aufbauen konnten, die auch online zu tragen schien. Im Vergleich zu anderen Patienten waren die Teilnehmer jünger, häufiger alleinstehend und hatten eine höhere Schulbildung. Das Programm sprach aber nicht nur erfahrene Nutzer, sondern auch Internetnovizen an. Dennoch warnen die Autoren: „Patienten mit unzureichenden Computerkenntnissen oder Personen, die von den Therapeuten als nicht geeignet für E-Mail-Kontakte erachtet werden, sollten nicht in die E-Mail-Nachbetreuung aufgenommen werden.“ ms


Wolf M, Maurer WF, Dogs P, Kordy H: E-Mail in der Psychotherapie – ein Nachbehandlungsmodell via Electronic Mail für die stationäre Psychotherapie. Psychother Psych Med 2006; 56: 138–46.
Markus Wolf, Forschungsstelle für Psychotherapie, Zentrum für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg, Bergheimer Straße 54, 69115 Heidelberg, E-Mail: markus_wolf@med.uni-heidelberg.de
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