ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2007Zöliakie-Patienten selten untergewichtig

MEDIZIN: Referiert

Zöliakie-Patienten selten untergewichtig

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LNSLNS Die einheimische Sprue (Zöliakie) geht laut Lehrbuch mit chronischen Durchfällen und einem Malabsorptionssyndrom, also einem anhaltenden Gewichtsverlust einher. Eine Auswertung irischer Autoren – in Irland gibt es besonders viele Sprue-Patienten – ergab jedoch bei der Analyse der Daten von 371 Fällen, die innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 10 Jahren diagnostiziert worden waren, dass nur 17 Personen (5 %) untergewichtig waren. 211 Patienten (57 %) hatten ein normales Gewicht, 143 (39 %) waren übergewichtig, davon 48 (13 %) adipös mit einem BMI > 30. Die nach der Diagnose erforderliche glutenfreie Diät führte bei diesen Patienten häufig zu einer problematischen weiteren Gewichtszunahme. Anzeichen einer Malabsorption mit Durchfall, Anämie, Osteoporose und histologisch nachgewiesener Zottenatrophie wiesen signifikant häufiger untergewichtige Patienten auf, insbesondere Frauen.
Von den Patienten, die durch serologische Untersuchung bestätigt, die verordnete Diät auch einhielten, boten 8 von 10 Patienten eine Gewichtszunahme, gleichgültig, ob initial untergewichtig, normalgewichtig oder übergewichtig. w

Hickey W et al.: Overweight in celiac disease: prevalence, clinical characteristics and effect of a gluten-free diet. Am J Gastroenterol 2006; 101: 2356–9.
E-Mail: WilDickey@aol.com

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