ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2007Positionspapier zu Medikamenten freisetzenden Stents

AKTUELL: Akut

Positionspapier zu Medikamenten freisetzenden Stents

Dtsch Arztebl 2007; 104(19): A-1272 / B-1132 / C-1084

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Nach der jetzigen Datenlage besteht kein Grund, auf die Implantation von medikamentenfreisetzenden Stents zu verzichten. Allerdings ist ein differenzierterer Einsatz als bisher erforderlich. Zu dieser Wertung gelangt das Positionspapier „Wirksamkeit und Sicherheit von medikamentenfreisetzenden Koronarstents (DES)“, welches die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Auftrag gegeben hat. Der Autor, Prof. Dr. Sigmund Silber aus München, wertete dafür 57 randomisierte kontrollierte Studien an 25 350 Patienten aus.
Einteilung in bevorzugten, zurückhaltenden und keinen Einsatz von DES
Durch den Einsatz von DES konnten die Ergebnisse der perkutanen Koronarintervention deutlich verbessert werden, jedoch um den möglichen Preis vermehrter später (In-)Stent-Thrombosen und damit einer möglichen erhöhten Herzinfarkt-Sterblichkeit. Entsprechende Studien hatten in den vergangenen Monaten für rege Diskussion gesorgt. Mit dem Positionspapier möchte die DGK den Unsicherheiten auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Fakten begegnen. Danach sollten DES „bevorzugt bei erhöhtem Risiko einer Restenose“ zum Einsatz kommen. Dieses ist der Fall nach erfolgreicher Wiedereröffnung eines chronisch verschlossenen Koronargefäßes, bei Verschluss eines Gefäßes von weniger als drei Millimetern Durchmesser und/oder mehr als 15 Millimeter Länge oder, wenn sich nach Einsatz eines herkömmlichen Stents das Gefäß wieder verschlossen hat.
„Zurückhaltend“ sollten DES bei erhöhtem Risiko einer Stentthrombose zum Einsatz kommen bei Patienten im höheren Lebensalter oder mit einer Niereninsuffizienz, bei deutlich eingeschränkter Linksventrikel-Funktion, einem ST-Hebungsinfarkt (STEMI) oder bei der Intervention in mehreren Gefäßen bei diffuser koronarer Herzerkrankung (KHK).
Auf DES sollte grundsätzlich verzichtet werden, wenn die Möglichkeit einer verlängerten Clopidogrelgabe (sechs beziehungsweise zwölf Monate) „nicht gegeben oder nicht eruierbar ist“ – dies ist zum Beispiel der Fall bei multimorbiden Patienten, die eine Vielzahl an Medikamenten einnehmen, bei erhöhtem Blutungsrisiko oder bei einer demnächst geplanten Operation. Hoffnung setzt Silber auf eine Weiterentwicklung der heute verfügbaren Stents: „Wünschenswert wären als Träger der Medikamente Polymerbeschichtungen, die sich auflösen, wenn das Arzneimittel verbraucht ist, oder idealerweise überhaupt resorbierbare Stents.“ zyl
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