ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2007Contributions Toward Evidence-Based Psychocardiology. A Systematic Review of the Literature

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Contributions Toward Evidence-Based Psychocardiology. A Systematic Review of the Literature

Dtsch Arztebl 2007; 104(19): A-1303 / B-1157 / C-1108

Jordan, Jochen; Bardé, Benjamin; Zeiher, Andreas Michael

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Psychokardiologie: Hochwertige Informationen

Was ist Psychokardiologie? Dieses Fachgebiet beinhaltet psychosoziale Aspekte der Ätiologie, des Verlaufs und der Behandlung von Herzerkrankungen und schließt dabei die Möglichkeiten der Konfliktbewältigung und psychologischer Interventionen mit ein. Trotz intensiver Forschungsarbeit auf diesem Gebiet haben die gewonnenen Erkenntnisse bisher bedauerlicherweise nur in geringem Umfang Eingang in die kardiologische Praxis gefunden: Zwar stellt die Nationale VersorgungsLeitlinie (www.versorgungsleitlinien.de) „Chronische Koronare Herzkrankheit“ fest, dass psychosoziale Faktoren wie „Depression“ sowie „fehlender sozialer und emotionaler Rückhalt“ zur Entstehung der koronaren Herzkrankheit beitragen und deren Prognose negativ beeinflussen, aber kaum ein Arzt nimmt dies bisher zur Kenntnis. Ein intensiver Dialog von wissenschaftlich aktiven Psychokardiologen und praktizierenden Ärzten tut also not.
In dem englischsprachigen Werk mit 370 Seiten analysieren 40 deutsche Psychologen, Soziologen und Kardiologen das vorliegende Datenmaterial zur Psychokardiologie mittels systematischer Metaanalysen, aufbauend auf einer 1998 abgehaltenen Konferenz mit Fortführung der aktuellen Literatursichtung. Nur qualitativ hochwertige Informationen werden dabei berücksichtigt, und auf diese Weise wird eine repräsentative, fundierte „State-of-the-art“-Präsentation erreicht. In zehn Kapiteln werden so wichtige Aspekte abgehandelt wie soziale und emotionale Faktoren, Typ-A-Verhalten und Arbeitsplatzstress bei der Entstehung der koronaren Herzkrankheit, psychotherapeutische Interventionen zur unterstützenden Behandlung der koronaren Herzkrankheit, zur Raucherentwöhnung und zur Überwindung körperlicher Inaktivität, die Bedeutung von Angst und Depression bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit sowie der Symptomenkomplex von Thoraxschmerz, Angina pectoris, Panikerkrankungen und Syndrom X. Weitere Kapitel sind den psychosozialen Aspekten der Herzkatheterdiagnostik und -intervention sowie der kardialen Rehabilitation gewidmet.
Das Buch zeichnet sich durch eine umfassende und wissenschaftlich fundierte Darstellung der Psychokardiologie aus. Natürlich kann es kein „Kitteltaschenbuch“ für die Praxis sein, aber auf dem Gebiet der Psychokardiologie tätige Gesundheitspsychologen und -soziologen, Forscher sowie Kardiologen werden es mit großem Gewinn lesen und für ihre Arbeit nutzen können.
Karl Werdan

Jochen Jordan, Benjamin Bardé, Andreas Michael Zeiher (Editors): Contributions Toward Evidence-Based Psychocardiology. A Systematic Review of the Literature. American Psychological Association, Washington, 2007, 373 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 83,99 Euro
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