ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2007Fernsehtipp „Die Schule der Ärzte“: Medizinerausbildung in Frankreich

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Fernsehtipp „Die Schule der Ärzte“: Medizinerausbildung in Frankreich

Dtsch Arztebl 2007; 104(19): A-1304 / B-1158 / C-1109

Tuffs, Annette

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Harte Ausbildung: Die zehnteilige Dokumentation begleitet einige Medizinstudierende und Assistenzärzte in Frankreich auf ihrem Weg zum Arztberuf. Foto: Arte F
Harte Ausbildung: Die zehnteilige Dokumentation begleitet einige Medizinstudierende und Assistenzärzte in Frankreich auf ihrem Weg zum Arztberuf. Foto: Arte F
Arzt werden ist heute ein Medienthema. Spätestens seit dem Streik der deutschen Klinikärzte im vergangenen Jahr macht sich die Öffentlichkeit (berechtigte) Sorgen, ob die Jungmediziner den zunehmenden Belastungen im Krankenhaus gewachsen sind und ob die Krankenversorgung durch Nachwuchsprobleme nicht gefährdet ist. Man möchte deshalb mehr wissen und hinter die Kulissen schauen.
Die zwölfteilige Dokuserie „Anfänger in Weiß“, die der Westdeutsche Rundfunk im vergangenen Jahr ausgestrahlt hat, war ein Beispiel für eine gelungene informative Produktion, die auch Konfliktstoffe nicht scheute. Nun sendet der deutsch-französische Kultursender Arte ab dem 14. Mai, montags bis freitags jeweils um 20.15 Uhr, die knapp halbstündige Dokumentationsserie „Die Schule der Ärzte“ in zehn Folgen.
Auch hier geht es darum, den Medizin- und Ausbildungsbetrieb aus der Sicht angehender Ärzte – Medizinstudierende und Assistenzärzte in Frankreich – zu schildern. Der Titel ist gut gewählt, denn die Ausbildung erscheint viel stärker verschult als an deutschen Universitäten. Da gibt es Szenen mit herumbrüllenden Vorklinikdozenten und Lehrern in der Klinik, die bei Wissenslücken ihre Schüler sofort auf die drohenden Konsequenzen hinweisen.
Das TV-Team sieht den Anfängern über die Schulter, wenn sie ihre ersten selbstständigen Gehversuche machen: Patienten befragen, im Operationssaal assistieren, Leichen sezieren. Viel Raum wird der Bewältigung der eigenen Gefühle, dem Umgang mit schwer kranken Patienten, mit Leiden und Tod gegeben, wo gute Dozenten dringend als Vorbild und Ratgeber gebraucht werden. Wichtiges Thema ist auch die Auseinandersetzung mit den Vorgesetzten. Die Lehrer sind oft engagierte, aber gestresste Chefs und treten gerne mal autoritär auf.
Wenig erfährt man über die Rahmenbedingungen, in denen an französischen Kliniken und Universitäten praktiziert, gelehrt und wohl auch geforscht wird – von Letzterem ist allerdings gar nicht die Rede. Wie steht es mit der Bürokratie? Welchen Einfluss haben ökonomische Zwänge? Was verdienen die jungen Ärzte, und wie sind ihre Berufsperspektiven? Berichte aus den letzten Jahren über streikende Ärzte in Frankreich sind noch in Erinnerung. In der Dokuserie ist – über die „normalen“ Probleme der angehenden Ärzte hinaus – darüber nichts zu erfahren. Annette Tuffs
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