ArchivDeutsches Ärzteblatt20/20072. Ärzteblatt-Wortwechsel: „Deutschland ohne Ärzte?“ – Experten diskutieren in Berlin

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2. Ärzteblatt-Wortwechsel: „Deutschland ohne Ärzte?“ – Experten diskutieren in Berlin

Dtsch Arztebl 2007; 104(20): A-1346 / B-1202 / C-1146

Hibbeler, Birgit

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„Dem deutschen Gesundheitswesen gehen die Ärzte aus“ – so lautete schon 2003 die Schlagzeile einer Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundes­ärzte­kammer. Die Ergebnisse: Immer weniger Studierende schließen das Medizinstudium ab, immer mehr Absolventen entscheiden sich gegen die Arbeit in der Patientenversorgung und suchen ihr Glück in alternativen Berufsfeldern. Die Folge ist ein zunehmender Ärztemangel, der sich dadurch verschärft, dass viele Ärztinnen und Ärzte ins Ausland abwandern – rund 12 000 in den vergangenen Jahren. Berufsverbände schlagen Alarm.
„Deutschland ohne Ärzte?“ ist nun der Titel einer Podiumsdiskussion, die das Deutsche Ärzteblatt zum Thema Nachwuchsmangel veranstaltet. Diese findet in der Reihe „Ärzteblatt-Wortwechsel“ am 13. Juni in Berlin statt. Über die Perspektiven von Ärzten im Inland und den Exodus ins Ausland diskutieren Dr. med. Andreas Köhler, KBV-Vorstandsvorsitzender, Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Marburger Bundes, Prof. Dr. med. Marion Kiechle-Bahat, Direktorin der Frauenklinik der Technischen Universität München, Dr. med. Frank Rissel, Allgemeinarzt in Norrköping, Schweden, und Maurice Dantes von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (BVMD).
Grundlage für die Diskussion werden unter anderem die Ergebnisse der Umfrage „Zukunft Arzt?“ sein. Mit dieser ausführlichen Erhebung geht das Deutsche Ärzteblatt Studieren.de in Kooperation mit der BVMD der Frage nach, wie Medizinstudierende ihre berufliche Zukunft sehen. Die Umfrage läuft online noch bis Ende Mai (www.aerzte blatt-studieren.de/umfrage).
Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass die schlechten Arbeitsbedingungen und fehlenden Perspektiven für den Nachwuchsmangel sorgen, so auch eine Umfrage der BVMD aus dem vergangenen Jahr. Rund 20 Prozent der befragten Studierenden waren unschlüssig, ob sie überhaupt kurativ arbeiten wollten.
Ärzte, die aus Deutschland abwandern, nennen zudem häufig als Gründe für ihre Entscheidung die starre Hierarchie in den Krankenhäusern und die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Junge Mediziner, die ins Ausland gehen, erhoffen sich eine strukturierte Weiterbildung sowie mehr Zeit für Fortbildung und Forschung. BH

Ärzteblatt-Wortwechsel, Mittwoch, 13. Juni, Kaiserin-Friedrich-Stiftung, Robert-Koch-Platz 7, Berlin, Beginn 17.30 Uhr
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