ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2007Nur jede vierte Notarzt-Defibrillation erfolgreich

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Nur jede vierte Notarzt-Defibrillation erfolgreich

Dtsch Arztebl 2007; 104(20): A-1346 / B-1202 / C-1146

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Seltener als bisher angenommen, können Notärzte Menschen nach Sekundenherztod durch Defibrillation retten. Dies zeigt eine erste Auswertung des Reanimationsregisters, die auf dem Deutschen Anästhesiekongress in Hamburg vorgestellt wurde. In Deutschland erleiden jedes Jahr schätzungsweise 100 000 Menschen einen plötzlichen Herztod. Bisher gingen die Experten davon aus, dass die meisten durch eine Defibrillation wiederbelebt werden können. „In der Praxis ist eine Defibrillation jedoch nur bei jedem vierten Patienten möglich“, erklärte Prof. Dr. med. Mathias Fischer. Diese Erkenntnis verdankt der Chefarzt der Klinik am Eichert in Göppingen einer Analyse des Reanimationsregisters, das anlässlich des Anästhesiekongresses flächendeckend in Deutschland eingeführt wurde. Während der Erprobungsphase haben Notärzte aus ganz Deutschland mehr als 1 000 Notfalleinsätze dokumentiert. Der Anteil der Patienten mit Herzrhythmusstörungen, die mittels elektrischer Defibrillation zu therapieren waren, lag im Durchschnitt bei 26,7 Prozent. „Im Vergleich mit Untersuchungen aus den 90er-Jahren bedeutet dies eine dramatische Abnahme“, sagte Fischer. Die Gründe hierfür seien nicht genau bekannt.
Sind Laien-Defibrillatoren sinnvoll?
Sollte sich der Trend jedoch bestätigen, ist dies ein wertvoller Hinweis für die derzeit diskutierte Empfehlung, an vielen öffentlichen Orten Laien-
Defibrillatoren aufzustellen – also halbautomatische Geräte, die auf Knopfdruck selbstständig erkennen, ob eine Defibrillation sinnvoll ist, und diese dann durchführen. Unabhängig davon,
ob Laien oder Notärzte defibrillieren, sollte die Reanimation mit Herzdruckmassage und Beatmung begonnen werden. Alle Reanimationsmaßnahmen zusammen sind nach der Auswertung des Reanimationsregisters in etwa 46 Prozent der Fälle erfolgreich. Viele kardiologische Patienten sterben dennoch während des Transports oder in der Klinik. Nur etwa jeder Zehnte überlebe den plötzlichen Herzstillstand, sagte Prof. Dr. med. Jens Scholz (Landesvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin [DGAI] und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein,die die Koordination des bundesweiten Reanimationsregisters übernommen hat). Vom Reanimationsregister erhofft er sich neue Erkenntnisse, um die Überlebenschancen zu verbessern. Umso wichtiger sei es, dass sich möglichst viele Notärzte am Reanimationsregister der DGAI beteiligen. zyl
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