ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2007Afrika: HIV/Aids-Bekämpfung

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Afrika: HIV/Aids-Bekämpfung

Dtsch Arztebl 2007; 104(20): A-1372 / B-1223 / C-1165

Gieseke, Sunna

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LNSLNS Um wirtschaftlich wachsen zu können, müssen afrikanische Länder ihre medizinische Versorgung verbessern. Zwei Projekte widmen sich dem Kampf gegen HIV/Aids.

Eine bessere Gesundheitsversorgung ist ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg in Afrika. So jedenfalls ist die Kernaussage des Seminars „Afrika im Fokus – Schwerpunkte deutscher Entwicklungszusammenarbeit während des G-8-Vorsitzes 2007“ Anfang Mai in Potsdam.
Besonders die HIV/Aids-Epidemie habe negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Länder, berichtet Inge Meier-Ewert, Projektleiterin bei InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung. Betrieben und Organisationen stürben die Arbeitskräfte weg, die Produktivität sinke, und die Kosten stiegen, da Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neu eingearbeitet und qualifiziert werden müssten.
Aufklärung und Prävention am Arbeitsplatz
Seit 2003 versucht man, in dem Kooperationsprojekt „Aids Work-
place Programs in Southern Africa“ vom Deutschen Entwicklungsdienst und InWEnt HIV/Aids durch die Einführung von Arbeitsplatzprogrammen zu bekämpfen. Kleine und mittelständische Unternehmen in fünf Ländern, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia und Südafrika, sind in das Programm integriert. Das Projekt bildet für Betriebe Mitarbeiter aus, die in diesen Betrieben Arbeitsplatzprogramme einführen und verankern.
Wichtige Aspekte solcher Programme sind regelmäßige Informationsveranstaltungen, die kontinuierliche Bereitstellung von Informationsmaterial und Kondomen sowie der Zugang zu HIV-Beratungs- und Testeinrichtungen und antiretroviralen Medikamenten. „Dieses Projekt zur Prävention hat eine hohe Breitenwirkung, da ein Arbeitnehmer zehn bis zwölf weitere Menschen ernährt“, so Meier-Ewert.
Gesundheitsgutscheine:
Projekte in Kenia und Uganda
Ein weiteres Projekt widmet sich dem Kampf gegen HIV/Aids und der hohen Müttersterblichkeit in Uganda und Kenia. Seit Anfang 2006 fördert die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung sogenannte Gesundheitsgutscheine. „Dieses System ist völlig neu in Afrika“, berichtet Dr. Claudia Radeke, Leiterin der Abteilung Ost- und Westafrika der KfW Entwicklungsbank. Das Prinzip: Arme Menschen erhalten die Möglichkeit, subventionierte Gutscheine zu erwerben, mit denen sie sich behandeln lassen können. Der Arzt wird dann für die erbrachten Behandlungen sowie Laborleistungen, Medikamente, Beratung oder erforderliche Eingriffe von der Voucher Management Agency bezahlt. Dieses System soll eine Inanspruchnahme von möglichst guten Dienstleistungen ermöglichen. Allerdings muss gewährleistet sein, dass tatsächlich nur arme Menschen die Gutscheine erwerben. Gleichzeitig muss der Gutschein fälschungssicher sein, damit keine Leistungen abgerechnet werden können, die nicht erbracht wurden. „Wir haben uns fünf Jahre Vorlaufzeit gelassen, um alle eventuell auftauchenden Probleme in den Griff zu bekommen“, erklärt Radeke. Bisher liefen die Projekte wegen der Breitenwirksamkeit sehr erfolgreich. Mehr als 300 000 Menschen in Ostafrika profitierten von diesem neuen Projekttyp, da die Gesundheitsleistungen verbessert würden. Die Missbrauchsanfälligkeit sei gering.
Sunna Gieseke
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