ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2007Wartezeiten: Der feine Unterschied
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Die Fragestellung „Wartezeiten bei akuten Patientenbeschwerden“ ist in sich widersprüchlich: Wer akute Beschwerden hat, geht sofort zum Doktor und handelt nicht telefonisch Termine aus. Die Arzthelferinnen sind gescheit genug, zu sehen, dass es einem Patienten im Wartezimmer schlecht geht. Und wenn ein Patient wegen akuter Beschwerden vom Hausarzt zum Facharzt geschickt wird, muss der den Patienten am gleichen Tag untersuchen. Tut er das nicht, ist eine saftige Beschwerde bei KV und Kammer fällig. In 37-jähriger Praxis hat es damit in meinem Umkreis nie Probleme gegeben. Etwas ganz anderes ist die Terminvergabe für nicht akute Beschwerden. Wenn die WIdO-Schrift hier auf Gleichbehandlung unter dem Gesichtspunkt der Solidarität pocht, muss die Frage erlaubt sein nach Solidarität in allen anderen Lebensbereichen: Gehalt, Rente, Zugang zu körperlich leichten Arbeitsplätzen etc. Hier sieht es bekanntlich schlecht aus, auch bei den Vertretern der GKV und der sogenannten Linksparteien. Weiterhin können gut geführte Arztpraxen, die sich wirklich um GKV-Versicherte kümmern, mit den Erlösen für ihre Arbeit nur die Praxiskosten decken inklusive der Personalgehälter. Für die eigene Familie ist da noch nichts verdient. Das bringen die Privatpatienten. Und ein Arzt würde wirtschaftliches Harakiri begehen, wenn er dem nicht Rechnung trüge . . .
Dr. Albrecht Kühn, Kelternstraße 2, 72070 Tübingen

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