ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2007Parallelnarkosen: Nicht verwerflich
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. . . In anderen Ländern (z. B. USA, Schweden, Großbritannien) werden Konzepte der Delegation ärztlicher Leistungen bereits längere Zeit realisiert. So führen in Schweden dafür ausgebildete Krankenpflegekräfte unter ärztlicher Aufsicht Allgemeinanästhesien durch, ohne dass es meines Wissens nach zu einer Diskussion um die Sicherheit der Patienten gekommen ist. Berufsbilder und deren Aufgaben- und Leistungszuschreibungen ändern sich. Angesichts knapper finanzieller und Personalressourcen erscheint die Delegation von dafür geeigneten ärztlichen Leistungen an andere Berufsgruppen sinnvoll. Warum muss eine bestimmte Aufgabe in jedem Fall von der höchstqualifizierten Berufsgruppe durchgeführt werden, wenn es die nächstqualifizierte genauso gut kann? Wobei wir beim Problem der Ausbildung wären: Natürlich kann ein solches Konzept nicht aufgehen, wenn Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Gesundheitsberufe den gestiegenen Anforderungen nicht gerecht werden (das gilt natürlich auch für Ärztinnen und Ärzte). Nachdem nun in eine verbesserte Ausbildung der Medizinstudent(inn)en investiert worden ist, wird eine Verbesserung der Ausbildung in den sogenannten medizinischen Assistenzberufen immer dringender. Damit einhergehen muss eine weitere Differenzierung, z. B. innerhalb der Krankenpflege, die von Leistungsanreizen begleitet sein muss. Wenn eine Weiterbildung, z. B. zur Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin, nicht entsprechend vergütet wird, muss man sich nicht wundern, dass diese Weiterbildungen nicht ausreichend genutzt werden. Eine Aufwertung der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe in Deutschland wird meines Erachtens auch die Qualität und die Sicherheit der Patienten langfristig verbessern. Natürlich verfolgte Helios das Konzept des/der MAfA aus ökonomischen Gründen. Allein deswegen ist das Konzept aber noch nicht verwerflich. Jetzt tut man so, als ob die Delegation ärztlicher Aufgaben per se abgelehnt wird. Dass sogenannte medizinische Dokumentationsassistent(inn)en (MDAs) die ärztlichen (aber ungeliebten) Dokumentationsaufgaben übernehmen, hat aber niemanden gestört.
Dr. med. Barbara Hoffmann, Wiener Straße 51, 10999 Berlin
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