ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2007Arbeitsschutz: HIV-Tests für Patienten
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. . . Eine potenzielle Vermeidungsquote von ca. 85 Prozent der Nadelstichverletzungen ist gut und schön und in jedem Falle begrüßenswert; dessen ungeachtet wird im o. g. Artikel mit keinem Wort auf die meines Erachtens wichtigste Maßnahme zum Schutz des operativ tätigen Personals, nämlich die Information über eine eventuell vorhandene Infektiosität des Patienten, eingegangen. Bereits vor über zehn Jahren war es in einer Münchener städtischen Klinik gängige Praxis, dass Patienten, die hier eine Operation wünschten, sich schriftlich mit einer Testung auf HIV einverstanden erklären mussten. Vor fünf Jahren habe ich in einer Münchener Privatklinik Gleiches erlebt; hier wurde selbstverständlich jeder Patient bei Aufnahme (und übrigens auch das Personal bei Einstellung) auf HIV und HBV/HCV getestet. In meinen Augen können weder datenschutzbezogene noch finanzielle Gründe eine Rechtfertigung darstellen, weshalb man auf diese so elementare Maßnahme zum Schutz der Operateure verzichtet. Gerade der operativ tätige Mediziner, von dem man ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft, Verzicht auf für andere Berufsgruppen völlig normale Freiräume und damit untrennbar verbunden eine besondere Sorgfaltspflicht hinsichtlich der eigenen Gesundheit erwartet, muss bei den trotz größter Vorsicht von Zeit zu Zeit entstehenden Verletzungen immer erst die als potenziell lebensbedrohlich empfundene Situation er- und durchleben und in Hoffen und Bangen das Ergebnis einer Serologie abwarten . . .
Dr. Bernhard Bothschafter, Schützenheimweg 38 e, 93049 Regensburg
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