ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2007Ärzte-Schach: Hat einer 30 Jahr vorüber

SCHLUSSPUNKT

Ärzte-Schach: Hat einer 30 Jahr vorüber

Dtsch Arztebl 2007; 104(20): [108]

Pfleger, Helmut

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Foto: Dagobert Kohlmeyer
Foto: Dagobert Kohlmeyer
Dr. med. Matias Jolowicz, dessen an dieser Stelle nicht zum ersten (und sicher nicht zum letzten) Mal gedacht wird – immerhin hat er wie gut zehn andere Kollegen alle bisherigen 15 Ärzteturniere bestritten – schlug vor, künftig nur Ärzte mit mindestens zehnjähriger Facharztweiterbildung zum Turnier zuzulassen: so könne man sich die junge, hungrige Meute vom Leib halten. Natürlich hat er völlig recht, es aber andererseits gar nicht nötig – unverdrossen wettet der stellvertretende Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes Jahr für Jahr darauf, dass Dr. Jolowicz es unter die ersten Zehn schaffe, und hat sich so schon ein „Vermögen“ erworben, was er allerdings beklagenswerterweise wieder für Besuche beim 1. FC Köln ausgibt (aber das ist ein anderes Kapitel und soll hier nicht weiter behandelt werden). Im Gegensatz zu diesem Club ist Dr. Jolowicz jedenfalls eine sichere Bank.
Der Kasus ist verzwickt
Doch zurück zu der jungen Meute. Diese könnte natürlich, nicht nur die letzte Schachtheorie, sondern auch ihren „Faust“ im Kopf, kontern:
„Hat einer 30 Jahr vorüber, so ist er schon so gut wie tot, am besten wär’s, Euch zeitig totzuschlagen.“
Nicht gerade nett, aber auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Kasus ist sicher verzwickt – vielleicht entschließt sich ja die weise Führung des Deutschen Ärzteblattes dazu, alles beim Alten zu lassen. So wie mit den Turnierorten: Kurbad mit Kasino. Aber ich fange an, mich zu wiederholen. Und wenn’s der Teufel will, entsinnt man sich, dass ich ein Mehrfaches jener 30 Jahre auf dem Buckel habe. Also zur Abwechslung ein neuer Gedanke. Dr. Jolowicz hatten es beim Besuch des Bad Homburger Schlosses nicht nur die gewaltigen Libanonzedern angetan, sondern auch das Holzbein von Friedrich II. So weit, so gut. Doch dann kam der Vergleich: „So hölzern spielen wir!“ – Einspruch, Euer Ehren.
Oder was halten Sie von der folgenden Kombination? Ist sie nicht einfallsreich und geschmeidig zugleich?
Sehen Sie, wie Dr. Jolowicz beim vorausgehenden Blitzturnier (dabei hat jeder nur fünf Minuten pro Partie) trotz der eindrucksvollen weißen Bauernphalanx am Damenflügel und des auf e6 einzufallen drohenden Springers und trotz der Zeitknappheit als Schwarzer am Zug eine sofort entscheidende Kombination aufs Brett warf?


Lösung:
Nach dem Durchbruch 1. . . . e3! war Weiß schnell verloren. Nun verlöre zum einen 2. Te1 wegen 2. . . . exf2! 3. Txe8+ Kf7 und die Geburt einer neuen schwarzen Dame ist nicht zu verhindern, zum anderen die „Ausstopfung“ der e-Linie mit 2. Se6 wegen 2. . . . Th6+ 3. Kg1 Txh1+ 4. Kxh1 e2. Weiß versuchte noch das plausible 2. fxe3, musste sich aber nach 2. . . . Th6+ 3. Kg1 und jetzt dem Kamikaze-Bauernopfer 3. . . . f2+! geschlagen bekennen: Er verliert mindestens noch seinen Turm.
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