ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1997Gesundheitspolitik: Neuordnung zum GSG gescheitert

SPEKTRUM: Leserbriefe

Gesundheitspolitik: Neuordnung zum GSG gescheitert

Prell, Reinhard

Zu dem Beitrag "Das Dilemma der Prioritätensetzung" von Dr. Harald Clade in Heft 3/1997
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LNSLNS Eine exzellente Darstellung, was alles bei der Krankenbehandlung versteckt oder offen kostensenkend oder -steigernd wirken könnte und im schnellen Wandel des medizinischen Fortschritts heute der Einklassen-, tags darauf Zweiklassenmedizin förderlich wäre. Der Patient wäre längst tot, würde er den Entscheid eines Obersten Gerichts, besetzt vielleicht noch mit ebenso (Arzt-)praxisfernen Spitzen aus KVen und Kassen oder Verbraucherverbänden, abwarten müssen. Die Autoren dürfen getrost darauf vertrauen, daß beim Umstieg von zum Beispiel der Röntgenröhre auf die MR-Tomographie weder der Patient noch der Erfinder derselben zu Schaden käme, bestenfalls der Arzt bekäme den Deckel auf den Kopf, der für seinen Honorartopf bestimmt war.
Es wäre aber denkbar, daß der mündige Patient in gesunden Zeiten die Tomographie selbst zahlte oder sich mit Herrn Röntgens Erfindung begnügte, in Zeiten aber, wo er sich selbst nicht mehr helfen könnte, ihm die Solidargemeinschaft unter die Arme griffe. So könnte der Berufene sich frei entscheiden, sein Honorar (das ist etwas anderes als die von den Autoren sanktionierte Pauschale) in innovative, zukunftsorientierte Technologien zu investieren, und bräuchte deswegen weder Herz noch Verstand am Sprechzimmereingang an den Haken zu hängen. Dann müßten sich nicht einmal mehr andere statt seiner über medizinische Prioritäten den Kopf zerbrechen.
Dr. med. Reinhard Prell, Buchhornstraße 1, 38820 Halberstadt
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