ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2007Demografische Entwicklung: Entwicklungsländer besonders belastet

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Demografische Entwicklung: Entwicklungsländer besonders belastet

Dtsch Arztebl 2007; 104(21): A-1430

IW

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Foto: dpa
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Das zunehmende Altern der Bevölkerung wurde bisher als typische Entwicklung der Industrieländer angesehen, weil dort die Geburtenraten sinken, sich der Gesundheitszustand verbessert und die durchschnittliche Lebenserwartung steigt. Inzwischen prognostizieren Experten jedoch einen dramatischen Alterungsprozess der Bevölkerung in allen Teilen der Erde. Während heute weltweit fast 500 Millionen Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter leben, wird diese Altersgruppe bis zum Jahr 2030 auf eine Milliarde angewachsen sein. Da sich das globale Altern jedoch nicht überall mit gleicher Geschwindigkeit vollzieht, sind die Folgen unterschiedlich. Das geht aus dem Bericht „Why Population Aging Matters: A Global Perspective“ hervor, der anlässlich der internationalen Konferenz über „Globales Altern“ in Washington vorgelegt wurde. Veranstalter waren das Außenministerium der USA und das „National Institute of Aging“.
Besonders schnell wird danach der Anteil alter Menschen in den weniger entwickelten Ländern wachsen, und zwar viel schneller als dies in Europa geschehen ist. So wird sich zum Beispiel in Brasilien eine Verdoppelung des Anteils der über 65-Jährigen von sieben auf 14 Prozent innerhalb eines Zeitraums von nur 20 Jahren vollziehen. Für das gleiche Ausmaß an demografischem Wandel benötigte Frankreich 115 Jahre (von 1865 bis 1980).
Als Folge dieses globalen Alterungsprozesses wird in zehn bis 15 Jahren in jedem Erdteil einschließlich Afrika der Verlust von Gesundheit und Lebensjahren durch chronische Krankheiten größer sein als der durch Infektionskrankheiten wie Aids oder Malaria. Entwickelte Länder mit leistungsfähigen Gesundheitssystemen werden einen Wandel durchlaufen. Dort werden die zunächst vorherrschenden Infektionskrankheiten allmählich durch chronische Krankheiten verdrängt werden. Dagegen werden sich die meisten Entwicklungsländer gleichzeitig gegen beide Krankheitsarten zur Wehr setzen müssen. Sie haben infolge des raschen demografischen Wandels eine doppelte Krankheitslast zu tragen. IW
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