ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2007Klinische Forschung: Ethikkommission unabdingbar
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Ich begrüße sehr die eindeutige Stellungnahme zugunsten der Arbeit der Ethikkommission des Landes Berlin im DÄ 12/2007.
Die Ethikkommission zu kritisieren, weil sie im Rahmen der Prüfung von Forschungsvorhaben ihren gesetzlichen Auftrag ernst nimmt, erscheint doch zu sehr interessenbestimmt, und daher zu kurzsichtig zu sein. Vereinzelte und nur über die Presse mitgeteilte Beurteilungen deuten zudem auf eine gewisse Unkenntnis über die veränderte Aufgabenstellung der Ethikkommissionen hin. Zunächst haben natürlich Patienten und Probanden, die an einem medizinischen Forschungsvorhaben teilnehmen, ein Recht darauf, dass dieses ärztlich vertretbar ist und die einschlägigen rechtlichen Vorgaben erfüllt sind. Aber auch den Forschern ist ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben, dass ihre Beteiligung an der notwendigen klinischen Forschung keine nachteiligen Folgen hat. Der Senat von Berlin will, dass klinische Forschung verstärkt in Berlin stattfindet, weil es dafür hervorragende Bedingungen in der Stadt gibt. Dazu gehört eine von Interessen unabhängige Ethikkommission des Landes, die in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess professionell arbeitet und sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Mit Pharmaunternehmen, Auftragsforschungsinstituten und dem KKS der Charité besteht bereits ein regelmäßiger Austausch, der weiter intensiviert werden muss, um gerade die der komplexen Rechtslage geschuldeten Detailfragen – auch schon vor der förmlichen Antragstellung – miteinander zu erörtern. Dieser eingeschlagene Weg dürfte für alle Beteiligten zielführender sein, als vermeintlich öffentlichkeitswirksam pauschal „Zensuren“ zu verteilen.
Michael Thiel, (für die Geschäftsstelle der Ethik-Kommission zuständiger Abteilungsleiter im Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin) Sächsische Straße 28, 10707 Berlin
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