ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2007Krankenhäuser: Die Schattenseite
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. . . Ich möchte der Auffassung widersprechen, dass noch mehr an Prävention und Vorsorgeuntersuchungen in die Krankenhäuser geholt werden soll. Die Sache ist teuer und in ihrer Wirksamkeit oft gezielt übertrieben dargestellt, Nachteile werden nicht genannt, wie beispielsweise der, dass das selbstvergessene Leben beschwerdefreier Menschen einen Wert an sich bedeutet, angstvolles Suchen mit Hightech am ganzen Körper nach Hinweisen auf Anomalien dagegen dem Leben eine Schattenseite zufügt. „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ bringt freilich den Betreibern der international expandierenden Klinikketten keinen Profit. Deshalb kommen „Gesundheitsmanager“ auf die Idee, den Menschen propagandistisch über die Angst zu kommen, und so dafür zu sorgen, dass sich die Privatkliniken nun füllen mit Menschen, die sich durchchecken und hier und da vorsorglich operieren und sich dann noch in ein Präventionsprogramm einbinden lassen. Als Ärzte sollten wir unbedingt darauf achten, dass die Grenzen zwischen Medizin und Lifestyle immer benannt werden, denn nur für Medizin sollten die schwer verdienten Kassenbeiträge verwendet werden, nicht für Lifestyle. Und was die Prävention angeht: Die Primärprävention jedenfalls gehört in die staatlichen Schulen in Form von guter Aufklärung über gesunde Lebensführung und das sinnliche Erfahren von gesunder Lebensweise bei interessanten Wanderungen, Sport und fröhlichem Gesang . . .
Wilfried Meißner, Straße der Jugend 91,
08228 Rodewisch

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