ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2007Entschliessungen zum Tagesordnungspunkt IV: (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung

DOKUMENTATION: Deutscher Ärztetag

Entschliessungen zum Tagesordnungspunkt IV: (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung

Dtsch Arztebl 2007; 104(21): A-1518 / B-1346 / C-1286

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LNSLNS EU-Kompatibilität des Gebietes Innere Medizin und Allgemeinmedizin
In die (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung soll im Gebiet „Innere Medizin und Allgemeinmedizin“ die fünfjährige Facharztweiterbildung „Innere Medizin“ und die sich hieraus ergebenden Änderungen gemäß Anlage 14 aufgenommen werden. N
Hausärztliche Versorgung
Der 110. Deutsche Ärztetag unterstützt den Vorschlag des Vorstands der Bundes­ärzte­kammer zur Einrichtung eines Weiterbildungsgangs „Facharzt/ Fachärztin für Innere Medizin“.
Für die Niederlassung als Hausarzt ist weiterhin die Ableistung der vorgeschriebenen zweijährigen Weiterbildungszeit in der hausärztlichen Versorgung im ambulanten Bereich zwingend erforderlich.
Der Gesetzgeber wird aufgefordert, durch Klarstellung im SGB V § 103 sicherzustellen, dass nur weitergebildete „Ärztinnen/Ärzte für Innere und Allgemeinmedizin“ in der hausärztlichen Versorgung tätig werden können. N
Wiedereinführung des
Allgemein-Internisten
Der Deutsche Ärztetag fordert die Wiedereinführung eines Internisten ohne Schwerpunkt in die (Muster-) Weiter­bildungs­ordnung (MWBO).
Eine breite Weiterbildung für die Fachärzte für
Innere und Allgemeinmedizin in den Kliniken wird gerade durch die Fachärzte für Innere Medizin gesichert.
Den Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung wird mit dieser Entscheidung des Deutschen Ärztetags die größtmögliche Entscheidungsfreiheit zu einem Weiterbildungsgang nach ihrer eigenen Wahl geboten. Viele Kliniken werden auch weiterhin Ärztinnen und Ärzte benötigen, die als Internisten ohne Schwerpunkt weitergebildet sind. N
EU-Kompatibilität des Gebietes Innere Medizin und Allgemeinmedizin – Änderungen, die sich
aus dem Antrag IV-015 ergeben
Der Deutsche Ärztetag beschließt, die sich aus der Aufnahme der Facharztweiterbildung „Innere Medizin“ in das Gebiet „Innere Medizin und Allgemeinmedizin“ ergebenden Änderungen gemäß Anlage 2 in die (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung aufzunehmen.
Begründung:
Durch die Aufnahme einer Facharztweiterbildung „Innere Medizin“ im Gebiet „Innere Medizin und
Allgemeinmedizin“ in die (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung ergeben sich inhaltliche und redaktionelle Änderungen in der gesamten MWBO, welche zeitgleich mit dem Antrag IV-01 beschlossen werden müssen. N
Neuausrichtung des Förderprogramms zur Weiterbildung des Facharztes
für Innere und Allgemeinmedizin
Der 110. Deutsche Ärztetag fordert eine Ergänzung und Neuausrichtung des Förderprogramms für die Weiterbildung zum Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin als flankierende Maßnahme zur Verbesserung der Weiterbildungsbedingungen für künftige Hausärzte. Ein Ziel dieses Förderprogramms muss es sein, die im Weiterbildungsgang zum Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin vorgeschriebenen Rotationen durch die Organisation von flächendeckenden Weiterbildungsverbünden zu gewährleisten. Eine weitere Forderung ist die zielgenauere Finanzierung dieser Weiterbildung über die gesamte Weiterbildungsdauer in angemessener Höhe.
Ein ganz wesentlicher Grund für den Hausarztmangel liegt in der notwendigen breiten Struktur des Weiterbildungsgangs zum Hausarzt, bei dem mehrere Gebiete und Versorgungsbereiche durchlaufen werden müssen. Durch die Erarbeitung eines auf die jeweilige Versorgungsstruktur abgestimmten Curriculums, in dem die/der Weiterzubildende mit der Weiterbildung eine den jeweiligen Anforderungen des hausärztlichen Versorgungsbereichs entsprechende strukturierte Weiterbildung möglichst ohne Klinik- und Wohnortwechsel ableisten kann, soll sichergestellt werden, dass das angestrebte Weiterbildungsziel konsequent verfolgt und erreicht wird.
Die Durchführung einer solchen Verbundweiterbildung unter Berücksichtigung von Versorgungsaspekten und von Weiterbildungszeiten in weiteren patientennahen Gebieten neben der Inneren Medizin und der anschließenden Weiterbildung in der hausärztlichen Versorgung, erfordert einen langfristigen Ausbau des Förderprogramms für die Weiterbildung zum Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich, da nur durch entsprechende finanzielle Anreize die Schaffung entsprechender Weiterbildungsstellen zu gewährleisten ist.
In Zusammenarbeit zwischen Bundes­ärzte­kammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung, Hausärzteverband und ggf. weiteren sonstigen betroffenen Organisationen ist ein Konzept auf der Grundlage dieser Überlegungen zu entwickeln. N
Förderung der Allgemeinmedizin
Der 110. Deutsche Ärztetag setzt sich zur gezielten Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin für eine gemeinsame Aktion der Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen ein, um den Nachwuchsbedarf ohne Abstriche an der Qualität decken zu können.
Der 110. Deutsche Ärztetag fordert, an Kliniken und auch im Verbund mit Praxen Weiterbildungsmöglichkeiten für künftige Allgemeinmediziner zu schaffen, die den Interessenten eine vergleichbare Arbeitsplatzsicherheit wie anderen Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung bieten. Dafür müssen Stellen mit ausreichend langer Dauer (mindestens für den Zeitraum der gesamten Weiterbildung) mit entsprechenden definierten Rotationsmöglichkeiten für den Erwerb der Pflichtinhalte sowie für Wahlgebiete zum Erwerb zusätzlicher Kenntnisse und Fertigkeiten vorgesehen werden. Dabei ist auch auf eine tarifgerechte Vergütung zu achten. Für solche Stellen können die Ärztekammern Verbundweiterbildungsbefugnisse erteilen.
Der 110. Deutsche Ärztetag fordert ausdrücklich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und den Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. zur Mitwirkung auf.
Die Einrichtung von „Clearingstellen“ bei den Ärztekammern, um die zur Verfügung stehenden Fördermittel (Initiativprogramm Allgemeinmedizin) besser und gezielter ausnutzen zu können, wird vom Deutschen Ärztetag befürwortet. N
Innere und Allgemeinmedizin
als gesundheitspolitische Gemeinschaftsaufgabe
Der 110. Deutsche Ärztetag fordert die jeweiligen Fachgesellschaften und Berufsverbände der Inneren Medizin und der Allgemeinmedizin, die Krankenhausträger und Weiterbildungsgremien und die jeweils ermächtigten Weiterbildungsbefugten auf, die Weiterbildung zum Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin als gesundheitspolitische Gemeinschaftsaufgabe anzunehmen und diese Weiterbildung so zu gestalten, dass sie für die Kolleginnen und Kollegen zu einer attraktiven Alternative wird. N
Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen des Europäischen Parlaments und des Rates vom
7. September 2005
Die Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 07.09.2005 muss bis zum Oktober 2007 in die jeweils landesrechtlichen Bestimmungen der EU-Staaten umgesetzt werden.
Die gemäß Anlage 3 vorgelegten Änderungen sollen in die (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung aufgenommen und von den (Landes-)Ärztekammern übernommen werden. N
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