AKTUELL: Akut

Kampf den Kopfläusen

Dtsch Arztebl 2007; 104(22): A-1542 / B-1370 / C-1310

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LNSLNS Kopflausbefall ist keine Folge fehlender Sauberkeit, sondern enger zwischenmenschlicher Kontakte („von Haar zu Haar“) – vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Die Verbreitung könne durch mangelnde Kooperation oder unzureichende Behandlung begünstigt werden. Das betont das Robert-Koch-Institut (RKI) in dem aktualisierten „RKI-Ratgeber für Ärzte“ zum Kopflausbefall.
Eine optimale Behandlung besteht nach heutiger Auffassung in der Kombination mechanischer, chemischer und physikalischer Wirkprinzipien. Am Tag der Diagnose (Tag 1) soll – unter genauer Beachtung aller Hinweise der Hersteller – mit einem geeigneten Insektizid behandelt werden. Weil bis zum siebten beziehungsweise achten Tag noch Larven nachschlüpfen und ab dem elften Tag junge Weibchen bereits neue Eier ablegen können, ist eine Wiederholungsbehandlung am Tag 9 oder 10 dringend erforderlich. Ergänzend wird mehrfaches, nasses Auskämmen empfohlen: Eine Studie zeigte, dass „nasses“ Auskämmen mit Haarpflegespülung und Läusekamm in vier Sitzungen an den Tagen 1, 5, 9 und 13 bei 57 Prozent der behandelten Kinder zur Entlausung führte. Mögliche Fehler in der Behandlung, die das Überleben von Eiern, Larven oder Läusen begünstigen, sind zu kurze Einwirkzeiten, zu sparsames Ausbringen des Mittels, eine ungleichmäßige Verteilung oder zu starke Verdünnung des Mittels in triefend nassem Haar oder das Unterlassen der Wiederholungsbehandlung.
Eltern und Einrichtung in der Pflicht
Eltern sind nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, der Gemeinschaftseinrichtung, die ihr Kind besucht, Mitteilung über einen beobachteten Kopflausbefall zu machen. Die Erziehungsberechtigten sollten auch die Durchführung der Behandlung bestätigen. Ein ärztliches Attest über den Behandlungserfolg ist zur Wiederzulassung allerdings nicht erforderlich. Die Leitung einer Gemeinschaftseinrichtung wiederum ist gemäß Infektionsschutzgesetz verpflichtet, das Gesundheitsamt über einen Kopflausbefall zu benachrichtigen. Wenn „anzunehmen ist, dass die Schule oder die Kinderbetreuungseinrichtung der Übertragungsort war“, hat das Gesundheitsamt im Rahmen der gesetzlich festgelegten infektionshygienischen Überwachung der Kindergemeinschaftseinrichtungen die Aufgabe, sich um die betroffene Einrichtung zu kümmern – von der Beratung über die Kontrolle der Maßnahmen in der Einrichtung gegebenenfalls bis hin zur Untersuchung von Kindern. zyl
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