ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1997Umweltthema im März: WHO strebt europaweites Informationssystem an

POLITIK: Aktuell

Umweltthema im März: WHO strebt europaweites Informationssystem an

Eckel, Heyo; Hüttemann, Ulrich; Rink, Claus

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) will in ihrem Zentrum für Umwelt und Gesundheit in Bilthoven, Niederlande, ein Datenbanksystem erstellen, mit dem Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen und dem Gesundheitszustand der Bevölkerung in Europa analysiert werden können. Die Datenbasis soll Politikern und anderen Entscheidungsträgern ermöglichen, Konzepte für medizinische Präventionsprogramme zu erarbeiten. Denn der Gesundheitszustand der europäischen Bevölkerung ist noch nicht erfaßt. Entweder fehlen vergleichbare Datenbasen oder seriöse Rohdaten. Zudem scheitern noch viele Studien an der unendlich langen Suche nach Daten. Das Informationssystem HEGIS (Health and Environment Geographical Information System) wird es ermöglichen, Risikofaktoren zu berechnen und Vorhersagetrends zu erstellen, die statistische Aussagen über umweltbedingte Krankheiten und deren nationale sowie regionale Häufigkeiten erlauben. Dazu werden Daten aus den Bereichen Luft, Boden, Wasser, Nahrungsmittel, Körperhygiene und Haushaltsmittel analysiert. HEGIS befaßt sich hauptsächlich mit der Analyse und dem Management von Gesundheitsrisiken. Durch die Anbindung an ein geographisches Informationssystem können komplexe statistische Zusammenhänge auf einem hohen graphischen Niveau verständlich dargestellt werden. Hierzu werden vier Datenbasen erstellt: Demographische Faktoren und Gesundheitsdaten, Exposition und Häufigkeit bei Umweltkatastrophen, Daten zur Soziologie, Umwelt und Wirtschaft sowie epidemiologische Daten aus nationalen Erhebungen. Die WHO fungiert als "Datenbörse", die die nationalen Daten sichtet, auf Vergleichbarkeit prüft und analysiert.
Seit 1994 arbeitet das Forschungszentrum der Universität Karlsruhe am Zentralen Umwelt- und KlimaDatenMeta-Informations-System (ZUDIS). Das dialogorientierte Informationssystem hilft dem Anwender bei der Suche nach umweltrelevanten Datenkollektiven. ZUDIS öffnet den Zugang zu Daten, die auf verschiedenen Rechnern abgelegt sind. Sind Zugangsberechtigungen nötig, wird die Anfrage umgehend weitergeleitet. ZUDIS fungiert zudem als zentrales Verzeichnis für das Umweltmanagement. Daher können auch Informationen über schon erhobene Daten abgerufen werden. Der Anwender kann beispielsweise erfragen, ob im Raum Leipzig in den letzten zwei Jahren hydrogeologische Werte erhoben wurden. Denn neben einer Faktendatenbank sind auch geocodierte Verknüpfungen (Daten bezogen auf eine Raumauswahl) möglich. Neben der menügesteuerten Suche soll künftig auch eine Stichwortsuche möglich sein. Ein Thesaurus unterstützt die Suche, indem er den Nutzer zu dem gespeicherten "key word" des jeweiligen Dokuments führt. Das Informationsangebot kann abgefragt werden unter: http://hbk sun17.fzk.de:8080/ZUDIS/
kataloge.html. Zudem soll in diesem Jahr eine CD-ROM-Version des Datenbestandes herausgegeben werden.
Prof. Dr. med. Heyo Eckel
Prof. Dr. med. Ulrich Hüttemann
Dr. rer. nat. Claus Rink


Rückfragen zur Karte: Georisk GmbH, Schloß Türnich, 50169 Kerpen, Telefon 0 22 37/6 12 22
Rückfragen zum Text: Dr. Claus Rink, Fax 0 22 38/45 01 40, e-mail 100526.2351@compuserve. com, e-mail: Rink. UDS.enviroreport@t-online.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote