ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2007Klinikärzte: Juristische Fortbildung dringend erforderlich
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Als vor einigen Jahren die Bezahlung endoskopisch tätiger Hausärzte mit fadenscheiniger Begründung eingestellt wurde, gab es keine größeren Proteste. Zwar durften diese Ärzte auch weiterhin endoskopieren, nur bezahlt wurden sie dafür nicht mehr. Wer aber glaubte, dies handle sich um bedauerliche Einzelfälle, der sieht sich jetzt getäuscht. Heutzutage dürfen langjährige Oberärzte an den Kliniken ebenso weiterhin ihren Titel führen und die damit verbundene Mehrarbeit verrichten, nur eingestuft werden sie plötzlich vom Klinikvorstand als Fachärzte. Die Gehaltseinbuße ist gewaltig, rund 1 185 Euro weniger im Monat. Man versucht wieder einmal, sich die im vorigen Jahr mit Streiks durchgesetzten Gehaltserhöhungen von den Ärzten selbst finanzieren zu lassen. Aber nicht nur die Oberärzte fühlen sich um ihr erstreiktes Recht geprellt, auch normale Assistenzärzte werden an der Nase herumgeführt. So werden Fachärzte als bloße Assistenzärzte eingestuft, und auch die 18 Monate, die bis zum Jahr 2004 als „Arzt im Praktikum“ abgeleistet werden mussten, werden von fast keiner Uniklinik bei der Ermittlung des Tariflohns angerechnet, das ist ein monatlicher Einkommensverlust von 570 Euro. Anstatt erneut die Arbeit niederzulegen, werden wieder einmal die Gerichte bemüht, um die Gesetzmäßigkeit der spitzfindigen Auslegung von Arbeitsverträgen durch die Arbeitgeber auszuloten. Das bedeutet für die Betroffenen im günstigsten Fall einen jahrelangen Einkommensverlust. Der Gang durch die Instanzen der Gerichte dürfte beschwerlich sein . . . Eine zertifizierte betriebswirtschaftliche und juristische Fortbildung für Ärzte wäre sicherlich segensreicher als die bisher geübte Qualitätssicherung.
Dr. med. Udo Fuchs, Steenwisch 105,
22527 Hamburg
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