ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2007Tabakindustrie: Die Fakten sind bekannt
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Aus den dargestellten Methoden und Intentionen ergibt sich meines Erachtens nach die zwingende Pflicht für die Ärzteschaft, weltweit – sowohl als Individuum als auch als Berufsstand – ihr Verhältnis zur 1. pharmazeutischen, 2. medizin-technischen und 3. Lebensmittelindustrie zu überprüfen, da die Unterschiede in der Vorgehensweise im Vergleich mit der Tabakindustrie nur graduell – wenn überhaupt – sind. Dass Sponsorship mit der Produktion entsprechender Ergebnisse einhergeht, ist bekannt. Es ist sogar zu befürchten, dass die Verstrickungen und Abhängigkeiten sehr viel komplexer und vielfältiger sind und die medizinischen Fachgesellschaften, Expertengremien, Forschungseinrichtungen und Publikationsorgane einschließen. Die in letzter Zeit publik gewordenen Fälle (z. B. Celecoxib, Rofecoxib, Gabapentin, Aprotinin, Drotrecogin alfa, Antipsychotika, Antidepressiva) werfen ein entsprechendes Licht auf das Gebaren vieler Beteiligter. Insofern überraschen direkte Zahlungen der Industrie an niedergelassene Ärzte schon kaum mehr. Die Fakten sind bekannt, aber die notwendigen Konsequenzen?
Literatur beim Verfasser
Dr. med. Manfred Gogol, Klinik für Geriatrie,
Krankenhaus Lindenbrunn, Lindenbrunn 1,
31863 Coppenbrügge
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