ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2007Tabakindustrie: Eine Schande
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Ausführlich und – wohl leider – zutreffend beschreiben Sie die Methoden der Tabakindustrie, medizinische Forschung zu beeinflussen und zu funktionalisieren. Natürlich hätte ich gerne im DÄ die Namen der „renommierten Ärzte“, die sich durch die Annahme von Tabakgeldern von der Zigarettenindustrie korrumpieren ließen, gelesen. Dies wäre meines Erachtens ein deutliches öffentliches Zeichen dafür gewesen, dass der Berufsstand der Ärzte eine gewisse Fähigkeit zur Selbstreinigung des eigenen Hauses hat. Warum nicht Ross und Reiter benennen? Der gesamte Bereich der industriegesponserten sogenannten Drittmittelforschung ist ja einer demokratischen Kontrolle völlig entzogen. Wer was beforscht, wird von mächtigen Lobbygruppen entschieden. Und als Krönung dieses antidemokratischen Wissenschaftsbetriebs ist die Höhe der „eingeworbenen Drittmittel“ ein wichtiges Kriterium bei der Berufung von Universitätsprofessoren. Je industriefreundlicher die Selbstpräsentation, desto höher die Sponsorengelder und desto besser für die Karriere. Eigentlich eine Schande.
Dr. Wolfgang Mache, Grasser Weg 25,
93051 Regensburg
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