ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2007Bernard Kouchner: Verfechter der „humanitären Einmischung“

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Bernard Kouchner: Verfechter der „humanitären Einmischung“

Dtsch Arztebl 2007; 104(22): A-1599 / B-1414 / C-1354

Hibbeler, Birgit

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Bernard Kouchner. Foto: dpa
Bernard Kouchner.
Foto: dpa
Seinen Wahlslogan „Alles wird möglich“ nimmt Nicolas Sarkozy offenbar ernst. Zumindest ist dem neuen französischen Präsidenten eine Überraschung gelungen, als er Bernard Kouchner (67), den Mitbegründer der Hilfsorganistation „Ärzte ohne Grenzen“, zum Außenminister ernannte. Kouchner gehört nicht dem bürgerlichen Lager Sarkozys an, sondern den oppositionellen Sozialisten, die ihn nun aus der Partei ausschließen wollen.
In der eigenen Partei schon zuvor umstritten, zählt der Gastroenterologe und ehemalige Ge­sund­heits­mi­nis­ter zu den beliebtesten Politikern Frankreichs. Mit dem Amt des Außenministers erfüllt sich für Kouchner ein lang gehegter Wunsch, wie ein langjähriger Mitstreiter bei „Médecins sans Frontières“ (MSF, Ärzte ohne Grenzen) Journalisten verriet. Bei seiner Arbeit für MSF stand für Kouchner stets die Pflicht zur „humanitären Einmischung“ an erster Stelle. Wie sich dies nun in der französischen Außenpolitik widerspiegeln wird, bleibt abzuwarten.
Geprägt hat den 1939 in Avignon geborenen Arzt zweifelsohne seine Arbeit in der nigerianischen Bürgerkriegsregion Biafra in den 60er-Jahren. 1971 gründete er gemeinsam mit anderen engagierten Medizinern die MSF. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten jedoch trat er 1980 aus der Organisation aus und gründete die „Médecins du Monde“. Birgit Hibbeler
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