ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2007Arthroseschmerzen: Lumiracoxib schont den Magen

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Arthroseschmerzen: Lumiracoxib schont den Magen

Dtsch Arztebl 2007; 104(22): A-1605

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Die häufigste Ursache von chronischen Gelenkschmerzen ist die Osteoarthrose. Da diese degenerative Gelenkerkrankung noch nicht heilbar ist, ist die Analgesie die vorrangige Therapieoption. Neben Analgetika wie Paracetamol und nicht selektiven, traditionellen NSAR wie Diclofenac und Ibuprofen werden immer häufiger selektive Cox-2-Hemmer eingesetzt; zumal inzwischen geklärt ist, dass diese Medikamente kein größeres kardiovaskuläres Risiko bergen als traditionelle NSAR, aber gastrointestinal besser vertragen werden.
Mit Lumiracoxib (Prexige®) ist ein neuer, gewebeselektiver Cox-2-Hemmer zur Schmerzbehandlung bei aktivierter Cox- und Gonarthrose in den Handel gekommen. Prof. Gerd-Rüdiger Burmester (Berlin) bezeichnete die Substanz auch als „Diclofenac ohne gastrointestinale Toxizität“. Prof. Kay Brune (Erlangen) erklärte in München, die Molekülstruktur von Lumiracoxib lehne sich eng an das Phenylessigsäure-Derivat Diclofenac an.
Lumiracoxib eignet sich besonders für Patienten mit Ulkus-Anamnese, bei gleichzeitiger Einnahme von Glukokortikoiden oder Antikoagulanzien und/oder einem Alter von über 60 Jahren. Gemessen an Ibuprofen oder Naproxen reduziert der Cox-2-Hemmer um bis zu 80 Prozent Blutungskomplikationen im oberen Verdauungstrakt bei Patienten, die nicht zusätzlich ASS einnehmen. Das ergab die TARGET-Studie (Therapeutic Arthritis Research and Gastrointestinal Event Trial with Lumiracoxib), an der mehr als 18 000 vorwiegend weibliche Arthrosepatienten teilnahmen.
Bei den 24 Prozent der Patienten, die gleichzeitig Acetylsalicylsäure einnahmen, senkte Lumiracoxib die gastrointestinalen Komplikationen gegenüber den beiden anderen NSAR um 21 Prozent. Für die gesamte Studienpopulation betrug die relative Risikoreduktion durch das neue Coxib aber immerhin 66 Prozent, betonte Burmester.
Der Wirkstoff flutet schnell an, kumuliert aber nicht im Plasma, sondern selektiv im entzündeten Gewebe. Demzufolge blockiert die tägliche Einnahme einer 100-mg-Tablette die Hyperalgesie in den Gelenken bis zu 24 Stunden. „Der neue Wirkstoff kombiniert die pharmakokinetischen Eigenschaften kurzhalbwertszeitiger, klassischer nicht selektiver Cox-Hemmer – wie Diclofenac oder Ibuprofen – mit der Enzymselektivität selektiver Cox-2-Hemmer“, erläuterte Brune. Die starke und anhaltende Wirksamkeit von täglich 100 mg Lumiracoxib bei der Behandlung der Osteoarthrose entspricht der von 200 mg/Tag Celecoxib.
Unter einer Dauertherapie mit traditionellen NSAR entwickeln von 1 000 Patienten 100 ein Ulkusleiden, zehn Magenblutungen, und ein Patient stirbt daran. Die Nebenwirkungen kosteten mehr als 250 Millionen Euro im Jahr, betonte Dr. Hermann Schwarz (Freudenstadt).
Siegfried Hoc

Einführungspressekonferenz „Schmerz im Visier: Zielgerichtete Arthrosetherapie mit Prexige®“ in München, Veranstalter: Novartis Pharma GmbH
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