ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2007Organspende: DKG ist mit den Krankenhäusern zufrieden

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Organspende: DKG ist mit den Krankenhäusern zufrieden

Dtsch Arztebl 2007; 104(23): A-1621 / B-1433 / C-1373

Rieser, Sabine

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Foto: dpa
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„In den Krankenhäusern und auf Intensivstationen herrscht eine breite Unterstützung der Organspende.“ Dieses Fazit hat Georg Baum Ende Mai in Berlin aus den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Studie zur Organspendesituation in Kliniken gezogen, die das Deutsche Krankenhausinstitut vorgelegt hat. Sie belegen nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), dass Transplantationsbeauftragte in Kliniken mit Intensivbetten weit verbreitet sind: Fast 80 Prozent verfügten über mindestens einen solchen Beauftragten. Rund 60 Prozent der Krankenhausleitungen gaben zudem an, die Organspende durch schriftliche und mündliche Appelle zu fördern.
Dass die Spenderzahlen von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich ausfallen, lässt sich der DKG zufolge vor allem durch strukturelle Faktoren erklären. Danach werden umso mehr Organe transplantiert, je größer die Anzahl der neurochirurgischen Betten und Beatmungsplätze ist. Ein Ausbau der Beatmungsplätze führe jedoch nicht automatisch zu einem höheren Spendeaufkommen, schränkte die DKG ein. Die Studie belegt allerdings, dass kleinere Krankenhäuser weniger Organspender melden als größere. So verzeichneten nur elf Prozent der Krankenhäuser mit 100 bis 299 Betten einen oder mehr Organspender pro Jahr, bei Kliniken mit 500 bis 799 Betten waren dies 49 Prozent.
Baum appellierte an die Politik, die Spendebereitschaft der Bevölkerung durch Aufklärungskampagnen zu erhöhen. Weitere landesrechtliche Vorgaben für Transplantationsbeauftragte nutzten dagegen wenig. Denn auch drei Viertel der Kliniken in Bundesländern, in denen solche Vorgaben fehlten, hätten Transplantationsbeauftragte bestellt.
Die Delegierten des Deutschen Ärztetages hatten hingegen Mitte Mai die flächendeckende Einführung von unabhängigen Transplantationsbeauftragten gefordert. Transplantationsbeauftragte garantierten noch kein hohes Spendeaufkommen, betonte dagegen der Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, Prof. Dr. Hans Fred Weiser. Notwendig sei unter anderem, dass die Deutsche Stiftung Organtransplantation gerade kleine Kliniken bei der Vorbereitung und Koordination der Organentnahme stärker unterstütze. Rie
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