ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2007RANDNOTIZ: Auf nach Budapest!

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RANDNOTIZ: Auf nach Budapest!

Dtsch Arztebl 2007; 104(23): A-1621 / B-1433 / C-1373

Maus, Josef

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LNSLNS Lehrsatz Nummer eins in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung: Die Krankenkassen haben kein Geld. Sie müssen sparen, sparen und nochmals sparen! Bitte merken.
Nun ja, ein bisschen haben sie schon. Jedenfalls so viel, dass es der Internet-Reiseveranstalter Dr. Holiday nach eigenem Bekunden zur „Nummer 1 bei Präventionsreisen mit Krankenkassen-Zuschuss“ gebracht hat. Stolze Leistung! Aber was sind Präventionsreisen?
Beispielsweise Flusskreuzfahrten nach Budapest. Sechs Tage, fünf Übernachtungen, Vollpension, Doppelaußenkabine. Es geht los in Passau und kostet 534 Euro. Nicht ganz, denn die Krankenkassen zahlen bis zu 200 Euro Zuschuss. Dafür gibt es an Bord ein Gesundheitsprogramm: 6 × Nordic Walking in Theorie und Praxis, 5 × Yoga.
Mit von der Schiffspartie sind per Direktvertrag unter anderem die Gmünder Ersatzkasse (GEK) und die Techniker Krankenkasse (TK). Nachfragen lohnen aber auch bei anderen großen Krankenkassen, ermuntert Dr. Holiday unschlüssige Interessenten. Immerhin gibt es den § 20 im SGB V, und der erlaubt den Krankenkassen allerlei Satzungsleistungen in Sachen Prävention und Selbsthilfe.
Dr. med. Leonhard Hansen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, hat die 200 Euro Zuschuss mal in „ärztliche Leistung“ umgerechnet: „Das bekommt ein Hausarzt im Rheinland für die Behandlung eines Versicherten im ganzen Jahr.“
So ist das. Aber wer will schon kleinlich sein, wenn die Flüsse dieser Welt als Gesundbrunnen locken? Und außerdem haben die Krankenkassen ja noch diesen lästigen Wettbewerb . . .
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