ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2007Rehabilitation: Unblutig in der Reha
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Selten verbergen sich hinter reißerischen Überschriften wirklich sensationelle Fakten. So auch in dem Beitrag zur REDIA-Studie, deren Ergebnisse – entgegen dem Tenor des Artikels – keine Hinweise auf eine „blutige Entlassung“ in die Rehabilitation liefern. Mehr oder minder geschickt wird die klinische Sicht von zwei Reha-Ärzten mit ausgewählten Einzelergebnissen der Studie zu einem verzerrten Gesamtbild kombiniert. Nach den Resultaten der von der Deutschen Rentenversicherung geförderten REDIA-Studie erfüllen die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden bei der Verlegung die Kriterien der Reha-Fähigkeit. Dies setzt eine ausreichende Wundheilung voraus. In der Regel nehmen die Rehabilitanden von Beginn an am Reha-Programm teil. Auch aus unserer Sicht bedeutsam ist hingegen die Verkürzung der Gesamtbehandlungsdauer von der Aufnahme ins Krankenhaus bis zur Entlassung aus der Reha um etwa fünf Tage. Daraus begründet sich möglicherweise der tendenziell etwas höhere Pflege- und Therapieaufwand in der Rehabilitation, den die REDIA-Studie aufgezeigt hat. Diese Ergebnisse sind für uns mit ein Anlass, die REDIA-Studie (voraussichtlich 2008) fortzusetzen. Bis dahin muss sich die Berichterstattung andere blutige Schauplätze im Gesundheitssystem suchen.
Dr. Christiane Korsukéwitz, Leiterin des Geschäftsbereiches Sozialmedizin und Rehabilitationswissenschaften, Deutsche Rentenversicherung Bund,
Ruhrstraße 2, 10709 Berlin
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