ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2007Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge. Eine kritische Reflexion der Praxis
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Traumabegutachtung: Interdisziplinäres Vorgehen

Das kurz gefasste Buch setzt sich aus Sicht von Ärzten, Therapeuten und Juristen mit der Frage der Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge auseinander. Die Beteiligten befinden sich dabei häufig in einem Dilemma; gewöhnliche Anforderungen in Bezug auf Wahrheit, Objektivität, Vorurteilsfreiheit und professionelle Neutralität sind starken Spannungen ausgesetzt, dass berufliche und ethische Zwangslagen in die Begutachtung mit einfließen könnten.
In den Kapiteln „Die Traumabegutachtung von Flüchtlingen: Errungenschaft oder Sackgasse?“, „Die Beziehungsproblematik und ihre Bedeutung in der Untersuchung, Behandlung und Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge und Folterüberlebender im Rahmen der Asyl- und Ausländergesetze“, „Die Unzulänglichkeiten der derzeitigen Trauma-definition: Kritische Reflektion und Lösungsansätze“ sowie „Aufgabe und Bedeutung von Gutachten und Stellungnahmen bei möglicherweise traumatisierten Asylsuchenden“ spiegelt sich das interdisziplinäre Vorgehen der Autoren wider.
Insbesondere die Abhandlungen über Bestimmungen des Ausländerrechts und Beispiele über die Rechtsprechung bringen Ärzten die an sich fremde Thematik näher.
Norbert Butz

Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (Hrsg.): Begutachtung traumatisierter Flüchtlinge. Eine kritische Reflexion der Praxis. von Loeper Literaturverlag, Karlsruhe, 2006, 112 Seiten, kartoniert, 16,50 Euro

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