ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2007Blickpunkte in die Medizingeschichte des 19. Jahrhunderts

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Blickpunkte in die Medizingeschichte des 19. Jahrhunderts

Dtsch Arztebl 2007; 104(23): A-1653

Hach, Wolfgang; Hach-Wunderle, Viola

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Medizingeschichte: Außerordentlicher Informationsgewinn

Medizingeschichte lesen sei keine „amüsante“ Lektüre; sie erinnere an glückliche Heilungen von Patienten, aber auch an unzählige traurige Schicksale, meinen die Autoren dieses spannenden Buchs, das sich vorwiegend mit den medizinischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts befasst. Zitate der einzelnen Forscher wechseln sich ab mit der wissenschaftlichen Dokumentation ausgewählter Entdeckungen der Inneren Medizin, Psychiatrie und Neurologie, der Pädiatrie, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Pathologie. Besonders gelungen ist das Kapitel über die Diphtheritis des kleinen Eugène anno 1840, mit den Worten von Gustave Flaubert erzählt, und die Entwicklung der Serumtherapie durch Emil von Behring anno 1890.
Auch wenn nur ausgewählte Kapitel der Medizingeschichte vorgestellt werden und man das spannend geschriebene Buch schnell gelesen hat, ohne dass medizinisches Fachwissen vorausgesetzt wird, ist der Informationsgehalt außerordentlich. Man hätte sich gewünscht, dass die „historischen“ Abbildungen auf Glanzpapier wiedergegeben worden wären, doch hätte dies das Preisgefüge sicher gesprengt. So erfährt man viel Neues, zum Beispiel über Carl Canstatts pneumatisches Cabinet oder den Soxhlet-Apparat. Wer weiß schon, dass Zenker weniger wegen der Entdeckung des nach ihm benannten Speiseröhrendivertikels als vielmehr wegen der Entdeckung einer Trichinoseendemie anno 1860 Berühmtheit erlangte oder dass Jodeinspritzungen in den Kropf durchaus von Erfolg gekrönt waren?
Eine lohnenswerte Anschaffung, aber auch ein sicher hoch willkommenes, preiswertes Geschenk für Medizininteressierte. Wolfgang Rösch

Wolfgang Hach, Viola Hach-Wunderle: Blickpunkte in die Medizingeschichte des 19. Jahrhunderts. Schattauer, Stuttgart, New York, 2007, 144 Seiten, gebunden, 19,95 Euro
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