ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2007Aufklärung und Einwilligung bei ärztlichen Eingriffen: Aufbereitete Einmalprodukte

MEDIZIN: Diskussion

Aufklärung und Einwilligung bei ärztlichen Eingriffen: Aufbereitete Einmalprodukte

Dtsch Arztebl 2007; 104(23): A-1671 / B-1476 / C-1416

Haindl, Hans

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LNSLNS Nun wissen wir, dass selbst die ärztlich angeordnete Rasur aufklärungspflichtig ist. Was ist aber, wenn ein Krankenhaus sich entschließt, Einmalprodukte gegen die Anweisung des Herstellers aufzubereiten oder aufbereiten zu lassen. Es liegen keine ernstzunehmenden Studien vor, die die Unbedenklichkeit der Aufbereitung belegen.
Es gibt für den Patienten weder Aussicht auf einen individuellen Nutzen, noch ist ein Gruppennutzen in Sicht. Und wenn der Wille des Patienten alle anderen Entscheidungsgründe dominiert, können Ärzte sich darüber hinwegsetzen, dass in Umfragen regelmäßig mehr als zwei Drittel der Patienten erklären, sie wären mit der Verwendung aufbereiteter Einmalprodukte nicht einverstanden? Trotz allem ist die Ansicht weit verbreitet, das alles gehe den Patienten nichts an, man müsse ihn nicht darüber aufklären, geschweige denn sein Einverständnis einholen. Besonders eifrige Verfechter der Aufbereitung meinen sogar, es müsste nicht dokumentiert werden, dass aufbereitete Einmalprodukte benutzt worden sind (1). Damit würde dem Patienten auch die Möglichkeit genommen, im Falle einer Schädigung, beispielsweise durch HBV-Infektion, nachzuweisen, dass diese durch aufbereitete Einmalprodukte entstanden sein kann.


Dr. med. Hans Haindl
Georgsplatz 1
30974 Wennigsen

Interessenkonflikt
Der Autor ist als öffentlich bestellter Sachverständiger für Medizinprodukte
tätig. In 2006 und 2007 hat der Autor 5 Gutachten für Hersteller von potenziell aufbereiteten Einmalprodukten erstellt (Aesculap, Cordis, Ethicon und S+N).
1.
Buchwalsky R, Grove R, Feldkamp E: 25 Jahre Erfahrung mit wiederaufbereiteten Herzkathetern. Zeitschrift für Kardiologie 2001; 90: 542–9. MEDLINE
1. Buchwalsky R, Grove R, Feldkamp E: 25 Jahre Erfahrung mit wiederaufbereiteten Herzkathetern. Zeitschrift für Kardiologie 2001; 90: 542–9. MEDLINE

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