ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2007Behinderte Kinder: Emotionale und soziale Störungen häufiger

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Behinderte Kinder: Emotionale und soziale Störungen häufiger

PP 6, Ausgabe Juni 2007, Seite 281

MS

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LNSLNS Anhand einer Literaturanalyse kam der Autor zu dem Ergebnis, dass emotionale und soziale Störungen, nicht aber schwere affektive oder psychotische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen häufiger auftreten als bei nicht behinderten. „Emotionale und soziale Verhaltensauffälligkeiten sind als Folge der Beeinträchtigungen der Entwicklung von sozialen Kompetenzen zu verstehen“, meint der Autor. Im Hinblick auf die Eltern-Kind-Beziehung können behinderungsbedingte Veränderungen im Ausdrucksverhalten dazu führen, dass die Bindungsqualität beeinträchtigt wird und die Interaktionen zwischen Eltern und Kindern einseitig verlaufen. Vor allem Kinder mit Sinnesbehinderungen sind in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, soziale Situationen kennenzulernen, die Absichten eines Gegenübers zu verstehen und sozial angemessene Verhaltensformen zu beobachten und nachzuahmen. Aus diesem Grund gelingt ein dialogisch aufeinander abgestimmtes Spiel seltener, emotionale Ausdrucksformen werden später verstanden und Konfliktlösestrategien sind häufiger dysfunktional. Dies führt zu zahlreichen Missverständnissen nicht nur zwischen Eltern und Kindern, sondern auch in Kindergarten und Schule. Daher finden Kinder mit Behinderungen oft weniger Anerkennung und Freundschaften in der Peergroup und erleben stattdessen mehr soziale Ausgrenzung und Zurückweisung. ms

Sarimski K: Psychische Störungen bei behinderten Kindern und Jugendlichen – Übersicht und Schlussfolgerungen für die Psychodiagnostik. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2007; 35 (1): 19–31.
PD Dr. Klaus Sarimski, Kinderzentrum München, Heiglhofstraße 63, 81377 München,
E-Mail: sarimski.kiz@gmx.de und sarimski@ph-heidelberg.de
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