ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2007Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz – Konsequenzen für die Praxis: Tabakrauch ist bedeutende Histaminquelle

MEDIZIN: Diskussion

Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz – Konsequenzen für die Praxis: Tabakrauch ist bedeutende Histaminquelle

Dtsch Arztebl 2007; 104(24): A-1758 / B-1553 / C-1492

Wilhelm, Thomas

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LNSLNS Nachdem wir vor Jahren auf die Fährte der Histaminintoleranz gestoßen sind, überblickt unsere Praxis zahlreiche Patienten mit Histaminintoleranz. Zum sehr aufschlussreichen Aufsatz noch folgende Ergänzungen:
- In vielen Fällen genügt eine vierwöchige histaminarme Diät zur Entleerung der „Histamindepots“. Danach ist eine Auflockerung der Diät möglich, und der Genuss von Leibspeisen erlaubt. Es sollten nur nicht mehrere histaminhaltige Lebensmittel gleichzeitig in einer Mahlzeit verzehrt werden (zum Beispiel Sauerkraut, Thunfisch, Bergkäse, Tomaten sowie Erdbeeren zum Nachtisch und Rotwein als Getränk).
- Im Artikel vermisse ich die Rolle des Tabakrauches (aktive oder passive Exposition). Er ist eine der bedeutendsten Quellen für Histamin und andere biogene Amine und triggert unter anderem allergische rkrankungen. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz passiv rauchender Kinder wird ohne genetische Prädisposition zu Atopikern (Asthma, Rhinoconjunctivitis allergica, Neurodermitis). Eine histaminarme Diät ist nach meiner Erfahrung bei Rauchern meist erfolglos.
- Unverträglichkeitsreaktionen bei Hyposensibilisierungsbehandlungen können bei entsprechend prädisponierten Patienten durch histaminarme Diät und die damit verbundene Senkung des Histaminspiegels reduziert werden. Eine Hyposensibilisierungsbehandlung führt bei Rauchern durch den erhöhten Histaminspiegel zu einer erhöhten Nebenwirkungsrate und geringeren Erfolgsquote. Deswegen ist in diesen Fällen die Indikation streng zu stellen.

Dr. med. Thomas Wilhelm
Zwinggasse 3
Zangmeisterpassage
87700 Memmingen

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