ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2007Moderne Homöopathie: Stellenwert auch in der Sportmedizin

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Moderne Homöopathie: Stellenwert auch in der Sportmedizin

Dtsch Arztebl 2007; 104(24): A-1765

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Neben schulmedizinischen und physiotherapeutischen Standardverfahren könnten in der Sportmedizin auch komplexhomöopathische Therapieoptionen berücksichtigt werden, erläuterte der Orthopäde Dr. Klaus Steinbach (Weiskirchen/Saar), ehemaliger Weltklasseschwimmer und von 2002 bis 2006 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland, in München. Die Therapieoptionen müssten frei oder zumindest arm an Nebenwirkungen sein, und sie dürften nicht unter Dopingverdacht fallen.
Überlastung der Athleten spiele heute nicht nur im Leistungs-, sondern auch im Freizeitsport eine Rolle, betonte Dr. Bernd Wolfarth (München), seit 15 Jahren Betreuer der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft. Moderates körperliches Training stärke das Immunsystem, hohe Trainingsbelastung, insbesondere bei Ausdauersportarten, bewirke das Gegenteil, was sich in einer erhöhten Infektionsrate im HNO- und Intestinal-Bereich ausdrücke. Schwere Infektionen seien zwar selten, häufig dagegen banale grippale Infekte, Rhinitis, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen.
Kombination von
Komplexpräparaten
Neben der medikamentösen Therapie spielen allgemeine Verhaltenshinweise eine große Rolle. Dazu gehören ein schneller Kleiderwechsel nach der körperlichen Belastung, eine hohe Trinkmenge und eine ausgewogene und ausreichende Ernährung. Wichtig für Wolfarth ist die HNO-Hygiene durch Nasendusche mit Salzwasser, Inhalationen, gesundes Raumklima mit ausreichender Luftfeuchtigkeit und Saunagänge. Präventive Maßnahmen sind die Gabe von Vitamin C (3 × 1g/d) und Zink (bis 50 mg/d) sowie einer Kombination von homöopathischen Komplexpräparaten, wie Gripp-Heel®, Echinacea compositum SN und Engystol® (Hauptbestandteile Schwalbenwurz und Schwefel).
In akuten Fällen werden zusätzlich Lymphomyosot® N (homöopathisches Arzneimittel ohne Angabe einer therapeutischen Indikation), aber auch ASS oder Paracetamol und Sekretolytika gegeben. Besteht ein ausgeprägter Flüssigkeitsverlust (hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall), so werden intravenös Glucose (zehnprozentig) mit 0,5 bis 7,5 g Vitamin C, 500 mg ASS (in Form von Aspisol®) und die schon genannten Komplexhomöopathika appliziert. Da Infusionen wegen der Dopinggefahr grundsätzlich verboten sind, muss vorher eine medizinische Indikation angegeben werden.
Akutverletzungen und
Überlastungsreaktionen
Basis der Therapie sollten hier biologische und konservative Medizin sein, wobei Kühlung, Kompression und Ruhigstellung die Erstbehandlung nach einer Verletzung sei, erinnerte Dr. Richard Schader (Prien am Chiemsee), Teamarzt der deutschen Skin-Nationalmannschaft für Freestyle. Bei Akutverletzungen könne schon in Phase I mit Bromelain-Präparaten die Abschwellung gefördert werden, und zur Kompressionstherapie eigneten sich Salbenverbände mit Traumeel® S. Dieses homöopathische Komplexpräparat setzt sich aus 15 hauptsächlich pflanzlichen Einzelbestandteilen zusammen und hat sich auch gegen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und bei Arthrose bewährt. Als besonders wirksam bei akuten Verletzungen erwies sich die Kombinationstherapie mit oraler, topischer und parenteraler Gabe von Traumeel, das als wichtigstes antiphlogistisch wirkendes Komplexhomöopathikum gilt. Seine Wirksamkeit sei durch Doppelblind- und Kohortenstudien gut belegt, betonte Schader.
Im Anschluss an die Sofortbehandlung steht die Physiotherapie im Mittelpunkt. Bei Hämatomen hat sich die Behandlung mit Blutegeln als sinnvoll erwiesen. Bei Schmerzen werden auch Diclofenac oder Ibuprofen verabreicht. Zusätzlich werden ein bis zwei Ampullen Traumeel S und eine Ampulle Lymphomyosot N zusammen mit einem Lokalanästhetikum wie Procain oder Lidocain und bei Bedarf 5 ml Actovegin® (ein Eiweißpräparat aus Kälberblut) infiltriert. Diese Behandlung soll unerkannte Entzündungsherde ausschalten. In Fällen schwerer Verletzungen vermag eine intravenöse Applikation von Traumeel S, Lymphomyosot N und Paracetamol zusammen mit den zehn Katalysatoren des Zitronensäurezyklus (Heel) das Behandlungsschema ergänzen.
Bei Überlastungereaktionen setzt Schader Traumeel-Tabletten (5 × 2/d, Bromelain-Tabletten (3 x 2/d) ein und bei Schmerzen auch NSAR-Präparate (hauptsächlich Diclofenac als schnell schmerzlinderndes Antiphlogistikum). Soll per Infiltration behandelt werden, so sind zwei Prozent Procain, ein bis zwei Ampullen Traumeel S, eine Ampulle Lymphomyosot N, ein bis zwei Ampullen Zeel compositum® N (ein homöopathisches antiphlogistisches Arzneimittel) und bei muskulären Verletzungen 5 ml Actovegin in der Mischspritze zu applizieren.
In der Nachsorge ist bei Akutverletzungen wie auch bei Überlastungsreaktionen eine Einnahme von Traumeel von bis zu zwei Wochen ratsam, um eine vollständige Ausheilung zu gewährleisten. Selbstverständlich sind Krankengymnastik und manuelle Therapie, muskuläres Aufbau- und Koordinationstraining.
Siegfried Hoc

Pressekonferenz „Moderne Homöopathie in der Sportmedizin: Aktuelle Therapieempfehlungen“ in München. Veranstalter: Heilmittel Heel
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