ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2007RANDNOTIZ: Menschliche Zuwendung

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RANDNOTIZ: Menschliche Zuwendung

Dtsch Arztebl 2007; 104(25): A-1785 / B-1577 / C-1517

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Dass die Placebo-Wirkung bei der Therapie von Krankheiten oft so erfolgreich sei, liege sicherlich an der damit verbundenen menschlichen Zuwendung, sagte der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen beim 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln. Und damit hatte er den Bogen von der Kirche zur Gesundheitspolitik geschlagen. Der Kranke bleibe ein Mensch, der Hilfe, Pflege und Zuwendung brauche, meinte auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber. Er konnte sich noch erinnern, „wie evangelische Krankenhäuser ein unverkennbares Profil hatten“. Doch heutzutage werde Geld zunehmend zum Medium der Nächstenliebe. Huber äußerte die Auffassung, dass die Rationalisierung im Krankenhaus nach dem Muster der diagnoseorientierten Fallpauschalen nicht das letzte Wort haben dürfte. „Ist es noch hinzunehmen, wenn wir von blutigen Entlassungen reden?“, fragte er. Der Ratsvorsitzende kritisierte in diesem Zusammenhang auch die häufig fehlende Zuwendung zu Kindern und dass Gespräche mit Sterbenden nicht mehr in die Fallkalkulation aufgenommen würden. Er fragte aber auch, ob Ärzte und Pflegepersonal durch zu schlechte Bezahlung und zu viele Überstunden nicht demotiviert würden. Letztendlich werde der Patient zunehmend als Kunde betrachtet, der eine Leistung in Anspruch nehme. Dabei sei er nicht nur Kunde, sondern benötige in erster Linie Zuwendung. Ob die Politik die mahnenden Worte des Bischofs umsetzt, bleibt fraglich. Immerhin forderte der Staatssekretär im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, Klaus Theo Schröder, ebenfalls mehr „Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe“.
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