ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2007Riskanter Alkoholkonsum: Verantwortung für die Jugendlichen

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Riskanter Alkoholkonsum: Verantwortung für die Jugendlichen

Dtsch Arztebl 2007; 104(25): A-1786 / B-1578 / C-1518

Bühring, Petra

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Riskanter Alkoholkonsum: Viele Erwachsene sind in ihrem Trinkverhalten keine Vorbilder für Kinder und Jugendliche. Foto: dpa
Riskanter Alkoholkonsum: Viele Erwachsene sind in ihrem Trinkverhalten keine Vorbilder für Kinder und Jugendliche. Foto: dpa
Rund sechs Millionen erwachsene Bundesbürger trinken in einem Umfang, der riskant ist. 1,7 Millionen sind abhängig vom Alkohol. „In Deutschland wird noch zu viel und zu regelmäßig Alkohol getrunken“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, anlässlich der bundesweiten Aktionswoche vom 14. bis 18. Juni „Alkohol – Verantwortung setzt die Grenze“. Viele Erwachsene würden mit ihrem Trinkverhalten ihrer Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche oftmals nicht gerecht.
Deren Alkoholkonsum nehme wieder zu, erklärte Prof. Dr. Elisabeth Pott von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Einer Studie zufolge ist der Anstieg bei den 16- bis 17-jährigen Jungen besonders auffällig: Lag die durchschnittliche wöchentliche Trinkmenge 2004 bei 127 Gramm reinem Alkohol, sank sie 2005, auch aufgrund der Alcopopssteuer, auf 108 Gramm. 2007 liegt der Wochendurchschnitt bei 150 Gramm. Sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen nimmt die Bereitschaft zu, innerhalb kurzer Zeit mehr als fünf Gläser alkoholischer Getränke zu trinken.
„Etwa jeder zehnte Erwachsene, der eine Arztpraxis aufsucht, hat ein behandlungsbedürftiges Alkoholproblem“, sagte Dr. med. Christoph von Ascheraden, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Sucht und Drogen der Bundes­ärzte­kammer. Die meisten verheimlichten oder verleugneten ihr Alkoholproblem auch vor dem Hausarzt. Deshalb sei es besonders wichtig, dass Ärzte Suchtprobleme erkennen könnten und sich entsprechend fortbildeten. 10 000 Ärzte hätten in den vergangenen Jahren die Fachkunde Suchtmedizin absolviert. „Die Ärzteschaft ist in der Suchttherapie angekommen“, betonte von Ascheraden, „aber es gibt noch viel zu tun.“ PB
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