ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2007Gesundheitstelematik: Wer bestellt, zahlt!
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Hinsichtlich der Kosten der sogenannten Gesundheitstelematik lässt die Ge­sund­heits­mi­nis­terin verlauten, dass man mit 1,4 Milliarden Euro rechne. Die konservative Presse (FAZ) lag in ihrer Schätzung um 500 Prozent darüber. Wahrlich kein kleiner Unterschied. Wenn jetzt im DÄ zu lesen ist: Die prospektiven Kosten-Nutzen-Analysen würden daran kranken, dass kleine Änderungen der Stellgrößen erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis der Schätzung haben, dann bedeutet dies im Klartext nichts anderes, als dass wir eben nicht wissen, was uns die Telematik kosten wird. Umso bemerkenswerter ist da die Einlassung von Herrn Kollegen Dr. med. Franz-Joseph Bartmann, dem Vorsitzenden des Ausschusses „Telematik“ der Bundes­ärzte­kammer: „Wenn wir der Überzeugung sind, wir brauchen eine Tele­ma­tik­infra­struk­tur, dann entstehen die Kosten aus der Notwendigkeit heraus, bestimmte Dinge zu installieren.“ In einfachen Worten heißt das: Wenn wir die Telematik wollen, dann müssen wir sie eben bezahlen, ob sie sich jemals amortisieren wird oder nicht. Dann aber muss gelten: Wer bestellt hat, der bezahlt. Hierzulande ist dies freilich keine Selbstverständlichkeit mehr.
Dr. med. Dr. phil. Reinhard Platzek,
Vorsitzender des Hartmannbundes für Unterfranken, Keplerstraße 23, 63741 Aschaffenburg
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