ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2007Strassenverkehr: In welchem Staat leben wir eigentlich?
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Glückwunsch zum oben genannten Artikel von Herrn Krumm, der als „Bußgeldrichter“ am Amtsgericht Lüdinghausen offenbar den vorläufigen Höhepunkt seiner beruflichen Karriere erreicht hat. Als Fazit kann man allen Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen, bei telefonisch dringlich angefragten Hausbesuchen erstmal Ruhe zu bewahren und, bevor irgendwelche Aktionen ergriffen werden, sorgfältig die Berufsanamnese zu erheben. Sollte es sich bei dem „Notfall“ um einen „Bußgeldrichter“, Verkehrspolizisten, Radarfallenaufsteller oder Kommunalpolitiker handeln, der von dieser organisierten Abzocke monetär profitiert, kann nur empfohlen werden, sich akribisch an die Verkehrsvorschriften zu halten. Was ist schon ein medizinischer Notfall gegen die normative Gewalt eines Verkehrsschildes? Und wollen wir allen Ernstes, dass ein „Bußgeldrichter“ bei Übertretung einer Verkehrsvorschrift zum Nutzen eines Not leidenden Patienten anschließend mit seiner ganzen fachlichen Kompetenz die Dringlichkeit dieses medizinischen Notfalls beurteilt? Nur um möglichen Missverständnissen bei (möglicherweise empfindlich reagierenden) „Bußgeldrichtern“ vorzubeugen: Ich fahre seit fast 30 Jahren unfallfrei, ohne Punkte in Flensburg und ohne irgendwelche Fahrverbote. Ich frage mich allerdings, in welchem Staat leben wir (mittlerweile) eigentlich?
Dr. med. Stefan Lang, Ludwig-Erhard-Straße 58, 76726 Germersheim

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