ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2007Computer im Unterricht: Motivierte Lehrer

BILDUNG

Computer im Unterricht: Motivierte Lehrer

Dtsch Arztebl 2007; 104(25): A-1853 / B-1635

Bühring, Petra

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LNSLNS Die Bildungsstudie 2007 zeigt die Unzufriedenheit mit der Computerausstattung an Schulen auf. Gleichzeitig ist die Bereitschaft der Lehrer, den PC einzusetzen und sich fortzubilden, sehr hoch.

Bildung kommt von Bildschirm, nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung.“ Wenn man dem Kabarettisten Dieter Hildebrand folgen würde, müssten die Schulen zumindest besser mit Computern ausgestattet sein. Zwar werden Neue Medien und Computernutzung in den Augen von Lehrern immer wichtiger – die Ausstattung mit entsprechender Hard- und Software sei jedoch stark verbesserungsbedürftig, das geben mehr als die Hälfte der in der Bildungsstudie 2007 befragten Lehrer an. Die im Auftrag der Zeitschrift Focus und des Softwareunternehmens Microsoft durchgeführte Studie befragte in Interviews 606 Lehrer ebenso wie Eltern von Schulkindern über zehn Jahren (810) und Personalentscheider aus der Wirtschaft (404).
Mangel in Realschulen und Gymnasien
Insbesondere die Realschul- und Gymnasiallehrer der Studie beklagten den Mangel an Computern in den Klassenzimmern. Deutlich zufriedener sind Gesamt- und Hauptschullehrer. Letztere nutzen den PC zum einen besonders intensiv zur Unterrichtsvorbereitung und setzten Lernprogramme im Unterricht ein: Mehr als 60 Prozent der Hauptschullehrer nutzen den PC im Fach Deutsch, hingegen weniger als 30 Prozent der Gymnasiallehrer. Über die Gründe der unterschiedlichen Handhabung gibt die Studie keinen Aufschluss. Aleksander Dzembritzki, Schulleiter der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln, einer Hauptschule, die im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten ist, kann für seine Schule allerdings nicht bestätigen, den PC besonders häufig im Unterricht einzusetzen. „Der PC macht die Arbeit des Lehrers nicht einfacher“, sagt er bei einer Podiumsdiskussion zur Vorstellung der Studie in Berlin. Beispielsweise sei die Fähigkeit seiner Schüler, die Tastatur zu bedienen, sehr unterschiedlich ausgeprägt, sodass der PC zur Textverarbeitung im Unterricht wenig sinnvoll sei. Müssten die Schüler eine Internetrecherche durchführen, würden sie meist so stark von der Werbung auf den Webseiten abgelenkt werden, dass vernünftiges Arbeiten unmöglich sei.
Die Zufriedenheit der Lehrer mit der Computerausstattung übersteigt in kaum einem Punkt deutlich die 50-Prozent-Marke.
Die Zufriedenheit der Lehrer mit der Computerausstattung übersteigt in kaum einem Punkt deutlich die
50-Prozent-Marke.
Erwartungshaltung der Eltern
Die in der Bildungsstudie befragten Lehrer ließen keine Berührungsängste gegenüber der Technik erkennen: 93 Prozent nutzen das Internet auch zu Hause, deutlich mehr als Eltern und Personalentscheider. Lehrer sind auch sehr fortbildungsfreudig: 84 Prozent sind bereit, Zeit und Geld in ihre Fortbildung zu Neuen Medien und PC zu investieren. Hannes Schwaderer, Geschäftsführer des Chipherstellers Intel bestätigt die hohe Motivation der Lehrer: „400 000 von 600 000 Lehrern in Deutschland haben unser Lehrerfortbildungsprogramm absolviert.“ In einer speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Internetplattform können sich Unterrichtskräfte online auf das „Lehren für die Zukunft“ vorbereiten. Die Personalentscheider der Studie schätzten die Bedeutung Neuer Medien für Schüler als relativ hoch ein.
Eltern hingegen wollen ihre Kinder zwar von der Schule zum Thema PC bestens unterrichtet wissen, sind selbst aber deutlich weniger bereit (59 Prozent), Zeit und Geld in ihre Fortbildung zu investieren, um ihre Kinder an eine kompetente Mediennutzung heranzuführen.
Petra Bühring
Informationen im Internet unter:
www. bildungsstudie-deutschland.de
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