ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2007Nordeuropa: Paradigmenwechsel nötig
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Dies würde ich mir sehr für Deutschland wünschen: statt permanentes Einschlagen auf die Ärzte, statt immer weiterer Honorarkürzungen, statt immer mehr Bürokratisierung eine öffentliche Debatte über Prioritäten und dann eine politische Festlegung auf eine gerechte, indikationsbezogene Übernahme von erstattungsfähigen Leistungen durch die Krankenkassen. Wenn klar ist, was und wann erstattet wird, sollte« mehr Geld im System sein für die wirklich wichtigen und gegebenenfalls dringenden Therapien und
sollte es nicht mehr zu diesen absolut nervigen Aussagen von Kassenmitarbeitern kommen – „Wenn Ihr Arzt Ihnen das verschreibt oder ein entsprechendes Attest schreibt“ – etc., die den Patienten immer suggerieren sollen, dass die Politiker und die Kassen die Guten und die Ärzte die Bösen sind. Aber es ist zu befürchten, dass unsere Politiker dazu den Mut nicht aufbringen, da das jetzige System ja viel bequemer ist, den Ärzten immer den schwarzen Peter zuzuschieben. Hier sind allerdings unsere Standesvertreter gefordert, beharrlich einen Paradigmenwechsel einzuleiten. Dies würde viele unnütze Diskussionen mit Patienten ersparen.
Dr. Hans-Joachim Stocker, Lärchenweg 16, 76337 Waldbronn
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